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Course Archive 过往课程


Sommersemester (Summer Term) 2021

 
 

Prof. Dr. Sabine Dabringhaus

 
Proseminar: "Die Kommunistische Partei Chinas: Eine Erfolgsgeschichte?"
 
Dienstag, 09 – 12 Uhr c.t.
KG IV, ÜR 2 (oder online über zoom)
 

Chinas Kommunistische Partei (KPCh) wurde 1921 gegründet. Die chinesische Regierung wird ihr hundertjähriges Bestehen im Juli dieses Jahres mit großem Pomp feiern. Im Gegensatz zur russischen KPdSU, die 1991 im Zuge des Zusammenbruchs der Sowjetunion aufgelöst wurde, scheint sich die KPCh bis heute hervorragend behauptet zu haben. Unter der diktatorischen Führung des Staatspräsidenten und Parteivorsitzenden Xi Jinping wirkt sie mächtiger als je zuvor. Welches sind die Quellen ihrer historischen Selbstbehauptung? Warum führten die wiederholten Krisen, die es in der Parteigeschichte der KPCh gab, nicht zu ihrem Untergang? Diese Fragen werden uns durch das Seminar begleiten. Fest steht, dass die KPCh seit ihrer Gründung die Geschichte Chinas maßgeblich geprägt hat: In ihrer Frühphase spiegeln sich die Kriege und Krisen der chinesischen Republikzeit (1912-1949) wider. Als Staatspartei unter Mao Zedong betrieb die KPCh zwischen 1949 und 1976 den revolutionären Umbau Chinas in eine autoritär regierte "Volksrepublik". Die von Deng Xiaoping 1978 eingeleitete Reform- und Öffnungsphase schien auch die Kommunistische Partei zu erfassen. Jedoch lehrte das Tian’anmen-Massaker 1989 die Welt etwas Anderes. Schwierig ist es, die beiden nachfolgenden Jahrzehnte - um die Wende zum 21. Jahrhundert - in der Geschichte der KPCh zu charakterisieren. Wie sehr erfasste die ideologische Krise des Kommunismus auch die Stellung der Partei in Staat und Gesellschaft? Nach der Machtübernahme Xi Jinpings 2012 hat die KPCh jedenfalls wieder deutlich an Macht gewonnen. Heute, im Jahr 2021, zeigt sich die Parteidiktatur der KPCh ungebrochen. Die hier skizzierten Phasen der Parteigeschichte der KPCh werden im Seminar anhand von übersetztem Quellenmaterial und der Forschungsliteratur untersucht. Die im Grundstudium zu erlernenden Techniken wissenschaftlichen Arbeitens werden in dem dreistündigen Seminar im Kontext des thematischen Fokus vermittelt.

 

 
Literatur:
Überblicke: Jonathan Spence, Chinas Weg in die Moderne (München 1995); Sabine Dabringhaus, Geschichte Chinas im 20. Jahrhundert, München 2009; Klaus Mühlhahn, From the Great Qing to Xi Jinping (Cambridge,MA/London 2019).Zur KPCh: James Pickney Harrison, The Long March to Power: A History of the Chinese Communist Party, 1921-1972 (New York 1972), Kjeld Erk Brodsgaard / Chen Gang, The Chinese Communist Party since 1949: Organization, Ideology, and Prospect for Change (Leiden 2019)
 
 
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Forschungs-und Doktorandenkolloquium: Ostasiatische Geschichte
 
Dienstag, 16-18 Uhr
KG IV, 4450 (oder online über zoom)


Dr. Ishayahu Landa

 
Hauptseminar: "Pax mongolica - Eurasien unter der mongolischen Herrschaft. Prozesse und Folgen."
 
Dienstag, 10-12 Uhr c.t.


Die Eroberungen Dschingis Khans und seiner Nachfolger ab dem ersten Jahrzehnt des 13. Jh. schufen, von den innerasiatischen Steppen ausgehend, bis Ende des Jahrhunderts das größte Landimperium der Geschichte, das fast zwei Drittel des euroasiatischen Kontinents umfasste. Den Eroberungswellen und darauffolgenden Prozessen der politischen Zentralisierung und Stabilisierung folgte die Errichtung eines politisch-ideologischen transkontinentalen Kontinuums. Dessen Besonderheiten und Rahmenbedingungen ebenso wie die kurz- und langfristigen geopolitischen, wirtschaftlichen und kulturellen Folgen werden in der jüngeren Forschung unter dem Schirmbegriff des „mongolischen Eurasiens“ bzw. der „Pax mongolica“ intensiv debattiert.Der Kurs dient dazu, die Studierenden mit dem Phänomen bekannt zu machen, wobei der Schwerpunkt auf den transkontinentalen intellektuellen, wirtschaftlichen und ideologischen Austausch- und Migrationsprozessen zwischen den unterschiedlichen Gebieten innerhalb sowie außerhalb des mongolischen Eurasien im 13. und 14. Jh. liegen wird. Im Grunde genommen dient der Kurs auch dem vertiefenden Verständnis des postdschingisidischen frühmodernen Geschichte Eurasiens, für deren Entwicklung die in der dschingisidischen Phase geschaffenen Voraussetzungen als zentral angesehen werden dürfen.Der Kurs bietet den Studierenden ein breites Spektrum an Primär- und Sekundärquellen zum Lesen und Debattieren. Die Kenntnisse der arabischen, persischen, russischen bzw. chinesischen Sprachen sind nicht notwendig, können allerdings für Hausarbeiten zusätzliche Hilfen sein.Das Abgabedatum für die Hausarbeit ist der 01.09.2021.Mündliche Prüfungen nach individueller Absprache i.d.R. zwischen dem 26. Juli und01. Oktober 2021.Zu erbringende Studienleistung: Zu den Pflichten des Seminars gehören die a)regelmäßige Teilnahme, b) Vorbereitung der Literatur, c) ein Referat sowie d) eineHausarbeit

 

Literatur:

Allsen, Thomas T. (1997): Commodity and Exchange in the Mongol Empire. A Cultural History of Islamic Textiles. Cambridge, New York, NY, Melbourne: Cambridge University Press (Cambridge studies in Islamic civilization).

Kim, Hodong (2009): The Unity of the Mongol Empire and Continental Exchanges over Eurasia. In: Journal of Central Eurasian Studies 1, S. 15–42.

Biran, Michal (2015): The Mongol Empire and Inter-civilizational Exchange. In: Benjamin Z. Kedar und Merry E. Wiesner-Hanks (Hg.): The Cambridge World History. Volume 5: Expanding Webs of Exchange and Conflict, 500CE - 1500CE. Cambridge: Cambridge University Press (The Cambridge World History), S. 534–558.

 

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Übung/ Quellenlektüre: „Jenseits der Texte. Die Rolle der Numismatik, Archäologie und Kunst-Objekte in der Geschichtsforschung am Beispiel des dschingisidischen Eurasien“.

Dienstag, 14-16 Uhr c.t.

 

Ein Großteil der modernen historischen Forschung stützt sich auf die kritische Lektüre, Analyse und Auseinandersetzung mit textuellen Primärquellen. Oft wird leider ignoriert bzw. weniger intensiv kommuniziert, dass Geschichte nicht nur Spuren in Texten hinterlässt. Ein breites Spektrum an nichttextuellen Quellen, die trotz der intensiven Analyse seitens mehrerer spezialisierter Forschungsdisziplinen, wie z.B. die Archäologie, der Numismatik, der Kunstgeschichte usw., oft nicht hinreichend einbezogen werden, eröffnen transdiziplinäre Zugänge zur Erforschung der Geschichte.Der Kurs bietet den Studierenden die Möglichkeit, am Fallbeispiel der Erforschung der mongolischen Eroberung und Herrschaft Eurasiens im 13. und 14. Jh. multidisziplinäre Perspektiven zu eröffnen. Durch die Analyse der drei kritischen und miteinander verbundenen Bereichsthemen – der archäologischen Forschung, der Numismatik und der Kunstobjekte unterschiedlicher Art – widmet sich der Kurs oft übersehenen und tief vom kulturellen Austausch zwischen den unterschiedlichen Teilen Eurasiens beeinflussten politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Aspekten des mongolischen Eurasien.Zu erbringende Studienleistung: Zu den Pflichten des Seminars gehören a) dieregelmäßige Teilnahme, b) die Vorbereitung der Literatur, c) ein Referat.

 

Literatur:

Masson Smith, John; Plunkett, Frances (1968): Gold Money in Mongol Iran. In: JESHO 11 (1), S. 275–294. DOI: 10.1163/156852068X00108.

McCausland, Shane (2014): The Mongol Century. Visual cultures of Yuan China, 1271 - 1368. London: Reaktion Books.
 
Blair, Sheila (2016): Architecture as a Source for Local History in the Mongol Period: The Example of Warāmīn. In: JRAS 26 (1-2), S. 215–228. DOI: 10.1017/S1356186315000541
 
 

Dr. Julia Mariko Jacoby

 
Proseminar: "Von Samurai zu Sony. Die Geschichte Japans im 19. und 20. Jahrhundert".

Mittwoch, 9-13 Uhr

Die moderne japanische Geschichte ist geprägt durch die Auseinandersetzung mit der (oft exotisierten) Tradition und westlicher Moderne. Nachdem sich in der Frühen Neuzeit Gesellschaft und Kultur in Japan weitgehend in außenpolitischer Isolation entwickelt hatten, wurden diese in der Mitte des 19. Jahrhunderts durch das Vordringen westlicher Imperialmächte nach Ostasien einem radikalen Wandel unterworfen. Dies bedeutete sowohl den Zusammenbruch der jahrhundertelangen Herrschaft durch die Samurai als auch ein beispielloses Reformprogramm, das innerhalb weniger Jahrzehnte Wirtschaft, Industrie und Gesellschaft grundlegend transformierte, um vom „Westen“ als ebenbürtig anerkannt zu werden. Um 1900 schwang sich Japan dann selbst zur Kolonialmacht in Ostasien auf. Trotz einer kurzen Konjunktur von Demokratiebewegungen in den 1920er Jahren zog Japan als eine der faschistischen Achsenmächte in den Zweiten Weltkrieg und überzog China und Südostasien mit einem brutalen Eroberungskrieg. Nach Ende des Krieges gelangte Japan in die geopolitische Einflusssphäre der USA und stieg zu einer wirtschaftlichen Supermacht auf, die sich jedoch seit den 1990er Jahren in einer andauernden Krise befindet.  In diesem Seminar werden zentrale Entwicklungen und Themen der modernen japanischen Geschichte schlaglichtartig behandelt und diskutiert.  Außerdem werden Grundlagen des geschichtswissenschaftlichen Arbeitens erarbeitet und eingeübt. Erwartet werden eine eigenständige Arbeitsweise, aktive Mitarbeit und die Bereitschaft zur Lektüre englischsprachiger Literatur. Japanischkenntnisse sind nicht erforderlich.  Studienleistungen (Referat, Diskussionsmoderation, Verfassen einer Rezension oder eines Lexikonartikels zu einem Schlüsselbegriff des Seminars, je nach Teilnehmerzahl) werden in der ersten Sitzung bekanntgegeben und im Laufe des Semesters erbracht. Die Klausur wird am 14.Juli 2021 geschrieben. Das Abgabedatum für die Hausarbeit ist der 06. September 2021. Mündliche Prüfungen nach individueller Absprache zwischen dem 26. Juli und 01. Oktober 2021.

 

Literatur:
Andrew Gordon: A Modern History of Japan. From Tokugawa Times to the Present, New York et al. 2003; Gerhard Krebs: Das moderne Japan 1868-1952. Von der Meiji-Restauration bis zum Friedensvertrag von San Francisco (Oldenbourg Grundriss der Geschichte, 36), München 2009; Josef Kreiner (Hrsg.): Geschichte Japans, Stuttgart 62018; Elise K. Tipton: Modern Japan. A Social and Political History, London 2002; Brett Walker: A Concise History of Japan, Cambridge 2015.



Wintersemester (Winter Term) 2020/21

 
 

Dr. Martin Bemmann

 
Proseminar: Soldaten, Kaufleute, Kolonisatoren
Die East India Company und die Kontrolle Indiens, 1600-1858
 
Freitag, 08.30 – 11.00 Uhr s.t.

 

Als die britische Königin Elisabeth I. im Jahr 1600 Londoner Kaufleuten das Privileg erteilte, Handel zwischen dem Kap der Guten Hoffnung und der Magellanstraße zu treiben, war in keiner Weise absehbar, dass diese und ihre Nachfolger im Rahmen der East India Company (EIC) innerhalb von zweieinhalb Jahrhunderten große Teile des indischen Subkontinents sukzessive unter politische und – teilweise – wirtschaftliche Kontrolle bringen würden. Schlaglichtartig wird das Seminar einige Aspekte dieser Entwicklung näher beleuchten, insbesondere Motive und verschiedene Formen des britischen Engagements, die Rivalitäten mit anderen europäischen Kolonialmächten, die Bedeutung von Kooperationen der EIC mit einheimischen Machthabern, wirtschaftliche Aspekte der Kontrolle des Landes sowie den Niedergang der Kompanie. Der zeitliche Schwerpunkt wird auf der Periode zwischen Mitte des 18. bis Mitte des 19. Jahrhunderts liegen.

Ziel des Seminars ist es zum einen, Interesse für die Geschichte des britischen Imperiums und Indiens zu wecken sowie einen Einblick in wichtige Aspekte dieser Entwicklung zu geben. Zum anderen dient das Seminar dazu, Grundkenntnisse des wissenschaftlichen Arbeitens zu vermitteln und das historiographische Handwerk einzuüben, zu vertiefen und anzuwenden. Eine eigenständige Arbeitsweise, die selbstständige Vertiefung und Erweiterung des seminarrelevanten Wissens sowie die Bereitschaft zur Lektüre englischsprachiger Texte werden vorausgesetzt.

 

Das Seminar wird online stattfinden. Wöchentlich werden über Zoom am Freitagmorgen Sitzungen abgehalten. Texte und andere Materialien werden in ILIAS zur Verfügung stehen. Abhängig von der Anzahl der Teilnehmer werden neben Referaten und Quellenpräsentationen auch Lexikonbeiträge für Schlüsselbegriffe verfasst werden, die in ILIAS allen zur Verfügung stehen werden.

Einzelheiten zur Organisation des Seminars, insbesondere auch zur Möglichkeit kleinerer Arbeitsgruppen in Präsenz, werden in der ersten Sitzung und im Laufe des Semesters besprochen werden. Auch die Zugangsinformationen für den ILIAS-Ordner des Seminars werde ich in der ersten Sitzung bekannt geben.

Wenn Sie am Seminar teilnehmen wollen, schreiben Sie mir bitte bis Donnerstag, 5. November 2020, 12 Uhr eine Email, damit ich Ihnen die Zugangsdaten für das wöchentliche Zoom-Meeting zukommen lassen kann.

 

Einführende Literatur:

John Darwin: Unfinished Empire. The Global Expansion of Britain, London 2012; Michael Mann: Geschichte Indiens. Vom 18. bis zum 21. Jahrhundert (UTB Geschichte, Bd. 2694), Paderborn et al. 2005; Jürgen Osterhammel / Jan C. Jansen: Kolonialismus. Geschichte, Formen, Folgen (C.H. Beck Wissen), 8. Aktualisierte Auflage, München 2017; Wolfgang Reinhard: Die Unterwerfung der Welt. Globalgeschichte der europäischen Expansion 1415-2015, München 2016.


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Dr. Ishayahu Landa


Hauptseminar: Imperien in euroasiatischer Perspektive: Definitonen und vergleichende Aspekte
 
Dienstag, 10:00 - 12:00 c.t.


Der Kurs dient dazu, den Studierenden das Phänomenon der prä- und frühmodernen imperialen Machtstrukturen in vergleichender, euroasiatischer Perspektive vorzustellen und den Zugang zu ihren geschichtlichen Entwicklungen sowie den Besonderheiten der Machtausübungen und Selbstidentifikation zu schaffen. Anhand unterschiedlicher Fallbeispiele werden Ähnlichkeiten und die Unterschiede veranschaulicht, wobei einige Imperien näher diskutiert, andere eher vereinzelt zum Vergleich hinzugezogen werden. Bei der konkreten Schwerpunktsetzung werden wir auch die jeweiligen Interessensgebiete und fachlichen Ausrichtungen der Studierenden berücksichtigen. Die Gruppen an Fallbeispielen umfassen: a) Assyrien, Römisches Kaiserreich und die ersten chinesischen Imperien (die Qin und die Han); b) islamisches Kalifat, byzantinisches Reich und die Tang-Dynastie; c) das Heilige Römisches Reich und die mongolische Imperien des 13.-14. Jh. und d) die Ottomanen, das Mogulreich, die Qing und die europäischen Kolonialmächte anhand der Beispiele des russischen Kaiserreiches und des britischen Imperiums. Der Kurs beinhaltet gleichermaßen detaillierte Vorstellung der geschichtlichen Entwicklungen sowie die Diskussion moderner theoretischer Ansätze, die den Zugang zur Imperiengeschichte erleichtern sollten.

Das Abgabedatum für die Hausarbeit ist der 20.03.2021. Mündliche Prüfungen nach individueller Absprache i.d.R. zwischen 15. Februar und 09. Apirl 2021.

 

Einführende Literatur: Bang, Peter Fibiger und Dariusz Kolodziejczyk, Hg. 2012. Universal Empire: A Comparative Approach to Imperial Culture and Representation in Eurasian History. Cambridge: Cambridge University Press; Burbank, Jane und Frederick Cooper. 2010. The Empires in World History: Power and the Politics of Difference. Princeton: Princeton University Press; Cline, Eric H. und Mark W. Graham. 2011. Ancient Empires: From Mesopotamia to the Rise of Islam. Cambridge: Cambridge University Press; Di Cosmo, Nicola. 2002. Ancient China and Its Enemies: The Rise of Nomadic Power in East Asian History. Cambridge: Cambridge University Press; Di Cosmo, Nicola und Michael Maas (Hg.). 2018. Empires and Exchanges in Eurasian Late Antiquity: Rome, China, Iran, and the Steppe, ca. 250–750. Cambridge: Cambridge University Press; Eisenstadt, Shmuel N. 1963. The Political System of Empires. London: Free Press of Glencoe; Gehler, Michael und Robert Rollinger (Hg.). 2014. Imperien und Reiche in der Weltgeschichte. Epochenübergreifende und globalhistorische Vergleiche. Teil 1: Imperien des Altertums, Mittelalterliche und frühneuzeitliche Imperien. Wiesbaden: Harrassowitz; Pines, Yuri. 2012. The Everlasting Empire: Traditional Chinese Political Culture and Its Enduring Legacy. Princeton NJ: Princeton University Press; Silverstein, Adam J. 2007. Postal Systems in the Pre-Modern Islamic World. Cambridge: Cambridge University Press; Sinor, Denis. 1990. “The Establishment and the Dissolution of the Türk Empire.” In: Denis Sinor (Hg.), The Cambridge History of Inner Asia. Cambridge: Cambridge University Press, S. 285–316.

 

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Übung/ Quellenlektüre: Quellen zur Geschichte des mongolischen Eurasiens (13.-14. Jh.)

Dienstag, 08:00 - 10:00 c.t.

 

Die Vereinigung eines Großteils des eurasiatischen Kontinents unter der Herrschaft der dschingisidischen Familie im Laufe des 13.-14. Jhr. wird heute mit zunehmendem Interesse als eine prägende Phase der sog. "Protoglobalisierung" gesehen. Die Quellenlektüre dient dazu, den Studierenden durch die kritische Lektüre der Primärquellen aus unterschiedlichen Kultur- und Sprachräumen des Kontinentes eine Annährung an diese Phase der eurasiatischen Geschichte zu ermöglichen. Die Übung erfordert keine besonderen Sprachkenntnisse (außer Englisch und Deutsch), die vorzubereitenden und zu analysierenden Quellen stammen aus den chinesischen, islamischen und europäischen Kulturräumen (v.a. Übersetzungen aus Arabisch, Chinesisch, Lateinisch, Altslawisch und Persisch). Die Quellenlektüre wird z.T. von historischen Einführungen begleitet, um die Voraussetzungen für die Diskussion der Texte zu schaffen.

 

Einführende Literatur: Allsen, Thomas T. 1987. Mongol Imperialism: The Policies of the Grand Khan Möngke in China, Russia, and the Islamic Lands, 1251–1259. Berkeley: University of California Press; Allsen, Thomas T. 1997. “‘Ever Closer Encounters’: The Appropriation of Culture and the Apportionment of Peoples in the Mongol Empire.” In: Journal of Early Modern History 1, S. 2–23; Amitai, Reuven. 2007. The Mongols in the Islamic Lands: Studies in the History of the Ilkhanate. Aldershot, UK: Ashgate/Variorum; Amitai, Reuven und Michal Biran (Hg.). 2017. Nomads as Agents of Cultural Change: The Mongols and their Eurasian Predecessors. Honolulu: University of Hawaii Press; Biran, Michal. 2004. “The Mongol Transformation: From the Steppe to Eurasian Empire.” In: Medieval Encounters 10/1–3, S. 338–361; Biran, Michal. 2007. Chinggis Khan. Oxford: One World Publications; Biran, Michal. 2015. “The Mongols and the Inter-Civilizational Exchange.” In: B. Z. Kedar and M. Wiesner-Hanks (Hg.), The Cambridge History of the World, vol. 5, S. 534-558. Cambridge: Cambridge University Press; Brose, Michael C. 2007. Subjects and Masters: Uyghurs in the Mongol Empire. Bellingham, WA: Center for East Asian Studies, Western Washington University; Di Cosmo, Nicola, Allen J. Frank und Peter B. Golden (Hg.). 2009. The Cambridge History of Inner Asia: The Chinggisid Age. Cambridge: Cambridge University Press; Fletcher, Joseph. 1986. “The Mongols: Ecological and Social Perspectives.” In: Harvard Journal of Asiatic Studies 46, S. 11–50; Golden, Peter. 2000. “‘I will give the people unto thee’: The Chinggisid Conquests and Their Aftermath in the Turkic World.” In: Journal of the Royal Asiatic Society 10/1 (2000), S. 21–41; Halperin, Charles. 1983. “Russia in the Mongol Empire in Comparative Perspective.” In: Harvard Journal of Asiatic Studies 43, S. 239–261; Jackson, Peter. 2017. The Mongols and the Islamic World: From Conquest to Conversion. New Haven and London: Yale University Press; Khazanov, Anatoly M. 1994. “The Spread of World Religions in Medieval Nomadic Societies of the Eurasian Steppes.” In: Wayne Schlepp und Michael Gervers (Hg.), Nomadic Diplomacy, Destruction and Religion from the Pacifi c to the Adriatic: Papers Prepared for the Central and Inner Asian Seminar University of Toronto, 1992-1993, S. 11-33. Toronto: Joint Centre for Asia Pacific Studies; Komaroff, Linda (Hg.). 2006. Beyond the Legacy of Genghis Khan. Leiden: Brill; Landa, Ishayahu. “New Light on the Mongol Islamisation: The Case of Arghun Aqa.” In: Journal of the Royal Asiatic Society 28:1 (2018), S. 77-100; Melville, Charles. 1990. “Pādshāh-i Islām: The Conversion of Sultan Maḥmūd Ghāzān Khān.” In: Pembroke Papers 1, S. 159–177; Morgan, David O. 2012. “Persian as a Lingua Franca in the Mongol Empire.” In: Brian Spooner und William L. Hanaway (Hg.), Literacy in the Persianate World: Writing and the Social Order, S. 160-171. Philadelphia: University of Pennsylvania Museum of Archaeology and Anthropology; Raphael, Kate. 2009. “Mongol Siege Warfare on the Banks of the Euphrates and the Question of Gunpowder (1260–1312).” In: Journal of the Royal Asiatic Society 19/3, S. 355–370; Serruys, Henry. 1957. “Remains of Mongol Customs in China during the Early Ming Period.” In: Monumenta Serica 16, S. 137–190; Vásáry, Istvan. 1987. “Bemerkungen zum uigurischen Schrifttum in der Goldenen Horde und bei den Timuriden.” Ural- altaische Jahrbücher, Neue Folge 7, S. 115–126; Wing, Patrick. 2007. “The Decline of the Ilkhanate and the Mamluk Sultanate’s Eastern Frontier.” In: Mamluk Studies Review 11/2, S. 77–88; Yang, Qiao. 2019. “Like Stars in the Sky: Networks of Astronomers in Mongol Eurasia.” In: Journal of the Economic and Social History of the Orient 62/2-3, S. 388–427.

 

Sommersemester (Summer Term) 2020

 

Prof. Dr. Sabine Dabringhaus

 

Lektüre von Forschungsliteratur zur Geschichtswissenshaft: Imperien im globalen Vergleich

 

Einführende Sitzung: Dienstag, den 21. April 2020; begleitende Sitzungen: Dienstag, den 12. Mai und Dienstag, den 9. Juni 2020

jeweils 10 – 12 Uhr im Raum ÜR 2, KG IV

 

Das Mentorat ist eine Pflichtveranstaltung im Master of Education. Grundlegende Forschungsmonographien und Aufsätze zur aktuellen Forschungsdebatte werden von den Teilnehmenden nach einer Literaturliste selbstständig gelesen. Sitzungen über das Semester verteilt begleiten die Lektürearbeit. Inhaltlich werden wir uns ne­ben der allgemeinen Literatur zum Imperienvergleich an den Themenschwerpunkten der Schulbücher orientieren, die das Osmanische Reich, das Chinesische Imperium und das Zarenreich behandeln. An einer der beiden Sitzungen während des Se­mesters (Mai oder Juni) wird zudem Gelegenheit sein, Fragen der thematischen Um­setzung im Schulalltag mit zwei Lehrkräften zu diskutieren. Am Ende des Semesters findet eine Prüfung statt.

 
 Termin der mündlichen Prüfung: 21. Juli 2020.



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Hauptseminar: Das spätkaiserliche Imperium in China


Dienstag, 8 – 10 Uhr
Raum: KG IV, ÜR 2

 

Die Qing-Dynastie (1644-1911) war China’s letztes Kaiserhaus. Zwei Hauptmerkmale prägen ihre Geschichte: Erstens, handelte es sich bei den Qing-Monarchen nicht um (Han-)Chinesen, sondern um Mandschuren, weswegen ihre Dynastie auch als „Fremdherrschaft“ bezeichnet wird; zweitens, legten die Qing-Kaiser mit ihren territo­rialen Eroberungen die Grundlagen für das Staatsgebiet der heutigen Volksrepublik China. Allein aus diesen beiden Merkmalen ergeben sich spannende Diskussions­themen für ein Seminar. Neben einem fundierten Überblick über die Geschichte der Qing-Dynastie soll ebenso ihre hohe Bedeutung für das Selbstverständnis des ge­genwärtigen China Xi Jinpings erörtert werden.

Die Lektüre des Seminars basiert vor allem auf englischsprachigen Texten.

 

Literaturhinweise: Pamela Kyle Crossley u.a. (Hgg.), Empire at the Magins: Culture, Ethnicity, and Frontier in Early Modern China, Berkeley u.a. 2006; Johan Evlerskog, Our Great Qing: The Mongols, Buddhism and the State in Late Imperial China, Hon­olulu 2006; R. Kent Guy, Qing Governors and Their Provinces. The evolution of ter­ritorial administration in China, 1644-1796, Seattle/London 2010; Daniel McMahon, Rethinking the Decline of China’s Qing Dynasty: Imperial activism and borderland management at the turn of the nineteenth century, London/New York 2015; William T. Rowe, China’s Last Empire: The Great Qing, Cambridge,Mass. 2009; Jonathan Schlesinger, A world Trimmed with Fur: Wild Things, Pristine Places, and the Natural Fringes of Qing Rule, Stanford,Cal. 2017


 
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Forschungs-und Doktorandenkolloquium: Ostasiatische Geschichte
 
Dienstag, 16.00 – 18.00 Uhr
Raum: KG IV, 4450
 

Dr. Martin Bemmann

 
Proseminar: Meji Japan 1868-1912
Politik, Wirtschaft und Kultur zwischen Tradition und Moderne
 
Freitag, 08.30 – 11.00 Uhr s.t.
Raum: KG I, 1140
 

Als die „Black Ships“ des US-amerikanischen Kapitäns Matthew C. Perry 1853 in der Nähe des heutigen Tokio anlegten, setzten sie eine Dynamik in Gang, die eine mehr als zweihun­dertjährige politische und gesellschaftliche Ordnung hinwegfegte. In der folgenden, knapp fünfzehnjährigen turbulenten Übergangsphase mit Bürgerkrieg und gesellschaftlichen Irritati­onen schien sich die Erwartung vieler Europäer und Amerikaner zu bestätigen, in Japan eine Politik der ungleichen Beziehungen verfolgen zu können, wie sie es bereits gegenüber China taten. Spätestens ab 1868 aber, dem Jahr, in dem die ‚Meiji-Restauration‘ begann, setzten sich in so gut wie allen gesellschaftlichen Teilbereichen Kräfte durch, die Politik, Wirtschaft und Kultur Japans innerhalb weniger Jahrzehnte grundlegend veränderten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war das ostasiatische Land zu einer ernstzunehmenden Regionalmacht geworden, die mit dem Sieg im Krieg gegen Russland 1904/05 zudem die direkte und indi­rekte Herrschaft europäischer Imperialmächte in Asien erschütterte.

Neben der Einführung in die Geschichte einer Gesellschaft, die sich in bemerkenswerter Weise zwischen Tradition und Moderne bewegte, strebt das Seminar an, Grundkenntnisse des wissenschaftlichen Arbeitens zu vermitteln und das historiographische Handwerk einzu­üben, zu vertiefen und anzuwenden. Eigenständige Arbeitsweise und die Bereitschaft zur Lektüre englischsprachiger Texte werden vorausgesetzt.

Eine Klausur wird am 05.06.2020 geschrieben. Andere Studienleistungen (Referate, Quel­lenrecherche und -präsentationen, Rezensionen, evtl. Essays) werden im Laufe des Se­mesters erbracht. Hausarbeiten müssen bis zum 30.08.2020 abgegeben werden. Mündliche Prüfungen erfolgen nach individueller Absprache zwischen dem 22.07. und 10.10.2020.

Literatur: Andrew Gordon: A Modern History of Japan. From Tokugawa Times to the Pre­sent, New York et al. 2003; Gerhard Krebs: Das moderne Japan 1868-1952. Von der Meiji-Restauration bis zum Friedensvertrag von San Francisco (Oldenbourg Grundriss der Geschichte, 36), München 2009; Brett L. Walker: A Concise History of Japan, Cambridge 2015.; Kozo Yamamura: The Economic Emergence of Modern Japan, Cambridge 2007.

 

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Übung: Ein alter Hut?
Historische Dimensionen der Klimadebatte

 
Freitag, 13 – 15 Uhr c.t.
Raum: Breisacher Tor, R. 105

 

Diskussionen über die Veränderungen des Klimas gibt es nicht erst, seitdem die Vereinten Nationen Klimagipfel veranstalten und Schüler Freitags für die Zukunft zu demonstrieren be­gannen. Worum aber ging es in früheren Debatten? Wer nahm daran teil? Inwiefern erlang­ten bereits sie gesellschaftliche Breitenwirkung? Und wann begann eigentlich die Gegenwart heutiger Klimadiskussionen?

Fragen wie diesen geht die Übung mit dem Ziel nach, Interesse an der Klima-, Umwelt- und Wissenschaftsgeschichte zu wecken und deren Relevanz für das Verständnis gesellschaftli­cher Entwicklungen an konkreten Beispielen zu erörtern. Die Teilnehmer werden dazu nach thematisch und methodisch einführenden Sitzungen eigenständig eng umgrenzte Fragen entwickeln, zu denen sie anschließend Quellen recherchieren, zusammenstellen und kom­mentierend auswerten sollen. Am Ende sollen kommentierte Quelleneditionen stehen, die im Plenum diskutiert werden können und zur Klärung der Frage beitragen, inwiefern heutige Debatten über Klima, Klimawandel und den menschlichen Einfluss darauf historisch geprägt sind.

Essentiell für das Gelingen der Übung ist eine ausgeprägte Bereitschaft, eigenständig zu ar­beiten und englischsprachige Texte zu lesen.

 

Einführende Literatur: James R. Fleming: Historical Perspectives on Climate Change, New York 1998; Martin Knoll / Verena Winiwarter: Umweltgeschichte. Eine Einführung (UTB, Bd. 2521), Köln / Weimar / Wien 2007; Benjamin D. Lieberman / Elizabeth Gordon: Climate Change in Human History. Prehistory to the Present, London et al. 2018; Franz Mauelshagen: Klimageschichte der Neuzeit (Geschichte kompakt), Darmstadt 2010; Spen­cer R. Weart: The Discovery of Climate Change (New Histories of Science, Technology, and Medicine), Cambridge 2003.
 
 

Wintersemester (Winter Term) 2019/20

 

Prof. Dr. Sabine Dabringhaus

 

Proseminar: Umweltgeschichte Chinas: Themen, Akteure, Wandel

 
Dienstag, 10.15 – 12.45 Uhr
Raum: KG IV, ÜR 2
 

Als „Katastrophe in Zeitlupe“ beschrieb der Historiker Mark Elvin einmal die ökologische Krise in China. Ihre Ursprünge liegen vor der Phase der ökonomischen Öffnung des Landes und seines Aufstiegs zur heutigen Weltmacht. Das Proseminar fragt aus historischer Perspektive nach den Zusammenhängen von Umwelt und Gesellschaft in China unter besonderer Berücksichtigung von Wassersystemen, Waldrodung, Bodennutzung, Epidemien und Industrialisierung. Ziel ist es, ein generelles Verständnis für die Interdependenzen von ökologischen und sozialen Prozessen zu erlangen.

 

Bei der kritischen Lektüre von vorwiegend englischsprachigen wissenschaftlichen Texten werden die relevanten Fragestellungen der neueren Forschung diskutiert. Die Vermittlung der Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens (Tutorat) werden in das dreistündige Proseminar integriert.

 
Literatur:
  • Mark Elvin, The Retreat of the Elephants: An Environmental History of China, New Haven 2004 (UB Freiburg: NA 2004/132); Robert B. Marks, China: Its Environment and History, Lanham 2012 (UB Freiburg: FX 2014/18); Joachim Radkau, Natur und Macht: Eine Weltgeschichte der Umwelt, München 2000 (UB Freiburg: FZ 802/27).
 
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Forschungs-und Doktorandenkolloquium: Ostasiatische Geschichte
 
Dienstag, 16.00 – 18.00 Uhr
Raum: KG IV, 4450
 

Dr. Martin Bemmann

 
Proseminar: „A Great Experiment“. Wirken, Scheitern und Erbe des Völkerbunds
 
Freitag, 08.30 – 11.00 Uhr (s.t.)
Raum: KG I, R. 1036
 

Als der Völkerbund vor einhundert Jahren bei der Pariser Friedenskonferenz gegründet wurde, setzten viele Zeitgenossen große Hoffnung in die mit ihm verbundene neue Weltordnung, die in erster Linie einen dauerhaften Frieden zu sichern versprach. Tatsächlich war die ab 1920 in Genf beheimatete Organisation etwas Neues und prägte in den folgenden rund zwei Jahrzehnten die grenzüberschreitenden Beziehungen von Akteuren ganz unterschiedlicher Art. Trotz einer deutlich eurozentrischen Ausrichtung seiner Strukturen und Arbeiten schaffte es der Völkerbund in mancher Hinsicht, globale und lang anhaltende Wirksamkeit zu entfalten. Das betraf vor allem so genannte ‚technische‘ Aktivitäten, die sich sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Aspekten widmeten.

 

In politischer Hinsicht spiegelten sich im Völkerbund hingegen von Beginn an die großen Machtgefälle zwischen den politisch und wirtschaftlich dominierenden Ländern Europas und Nordamerikas einerseits und dem Rest der Welt andererseits wider. Gegen den Willen der Großmächte konnte der Völkerbund keinen ‚Weltfrieden‘ erhalten oder durchsetzen. In den Augen vieler Zeitgenossen war die Organisation daher nicht viel mehr, als ein Instrument der Siegermächte des Ersten Weltkriegs, ein Mittel zur Sicherung und Ausweitung imperialer Herrschaft oder ein Vehikel kapitalistischer Ausbeuter. Insbesondere in den 1930er Jahren verlor die Genfer Organisation jedwede politische Einflussmöglichkeit.

 

Das Seminar wird einen Überblick über die Funktionsweisen und die verschiedenen Tätigkeitsfelder des Völkerbundes geben und anhand dessen die Frage diskutieren, woran sich ‚Erfolg‘ oder ‚Scheitern‘ einer solch komplexen Organisation messen lässt. Zudem wird erörtert, inwiefern der Völkerbund über sein Ende 1946 hinaus prägend war. Und schließlich dient das Seminar dazu, Grundkenntnisse des wissenschaftlichen Arbeitens zu vermitteln und das historiographische Handwerk einzuüben, zu vertiefen und anzuwenden. Eigenständige Arbeitsweise und die Bereitschaft zur Lektüre englischsprachiger Texte werden vorausgesetzt.

 

Eine Klausur wird am 20.12.2019 geschrieben. Andere Studienleistungen (Referate, Quellenrecherche und -präsentationen, Rezensionen, evtl. Essays) werden im Laufe des Semesters erbracht. Hausarbeiten müssen bis zum 13.03.2020 abgegeben werden. Mündliche Prüfungen erfolgen nach individueller Absprachen zwischen dem 17.02. und 05.04.2020.

 
Einführende Literatur:
  • Madeleine HERREN: Internationale Organisationen seit 1865. Eine Globalgeschichte der internationalen Ordnung (Geschichte kompakt), Darmstadt 2009; Martyn HOUSDEN: The League of Nations and the Organisation of Peace, Harlow 2012; Mark MAZOWER: Governing the World. The History of an Idea, London 2012; Susan PEDERSEN: The Guardians. The League of Nations and the Crisis of Empire, Oxford et al. 2015; Amy L. SAYWARD: The United Nations in International History (New Approaches to International History), London et al. 2017.
 
 
 

Summer Term 2019

 

Prof. Dr. Sabine Dabringhaus

 

Hauptseminar: Ursprünge antikolonialen Denkens in Asien

 
Dienstag, 10.00 – 12.00 Uhr
Raum: KG IV, ÜR 2
 

Hinter dem Klischee des „Wiederaufstieg Asiens“ verbergen sich sehr unterschiedliche Formen asiatischer Selbstbehauptung. Das Ende kolonialer Herrschaft nach 1946 in verschiedenen Teilen Asiens, die Schaffung eines souveränen Einheitsstaats in China 1949, das Wirtschaftswunder Japans in den 1960er und 1970er Jahren, Chomeinis Revolution von 1979 oder die wirtschaftlichen Erfolge der ostasiatischen Tigerstaaten waren alles Entwicklungen, die am Ende des Zweiten Weltkrieges noch nicht absehbar waren. Nirgendwo in Asien waren die vorangegangenen Revolten gegen den Westen erfolgreich gewesen. Dennoch stammen die wichtigsten Programme asiatischer Selbstbehauptung von einer ersten Generation moderner Intellektueller der Jahrzehnte zwischen 1870 und 1930.

 

Drei herausragende Persönlichkeiten unter ihnen, ihre Biographien, Texte und Wirkungen sollen im Mittelpunkt dieses Seminars stehen: Der im Iran geborene muslimische Journalist und politische Aktivist Jamal Al-Din-Afghani (1838-1897), der chinesische Gelehrte Liang Qichao (1873-1929) und der indische Dichter Rabindranath Tagore (1861-1941). Sie schlossen sich zwar nicht in einer „Internationalen des Antiimperialismus“ zusammen, trafen sich aber im Tokyoer Exil des frühen 20. Jahrhunderts oder am Rande der Pariser Friedenskonferenz von 1919. Von den Kolonialregierungen oder einheimischen Despoten wurden sie als politische Dissidenten verfolgt und führten ein ruheloses Leben zwischen einflussreichen Positionen, Gefängnis oder Verbannung. Sie alle waren mit dem Westen gut vertraut und beteiligten sich an den öffentlichen ostwestlichen Debatten. Manche ihrer Hoffnungen blieben allerdings unerfüllt als aus den Ruinen der Imperien meist autoritär verfasste Nationalstaaten entstanden.

 
Literatur:
  • Michael Collins: Empire, Nationalism and the Postcolonial World. Rabindranath Tagore’s writings on history and society, New York 2012;
  • Pankaj Mishra: Aus den Ruinen des Empires. Die Revolte gegen den Westen und der Wiederaufstieg Asiens, Frankfurt a.M. 2013;
  • Jan Jansen/Jürgen Osterhammel: Dekolonisation. Das Ende der Imperien, München 2013;
  • Jürgen Osterhammel: Kolonialismus. Geschichte, Formen, Folgen, München 2006.
 
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Forschungs-und Doktorandenkolloquium: Ostasiatische Geschichte
 
Dienstag, 16.00 – 18.00 Uhr
Raum: KG IV, 4450
 

Dr. Martin Bemmann

 
Proseminar: The Imperial Century.
Das British Empire und Asien im 19. Jahrhundert
 
Freitag, 08.30 – 11.00 Uhr (s.t.)
Raum: KG I, 1036
 

Nach dem Unabhängigkeitskrieg der Vereinigten Staaten und den langjährigen Auseinandersetzungen mit Frankreich verlagerte sich das Schwergewicht des britischen Imperiums nach Asien, auch wenn viele ältere Besitzungen in der westlichen Hemisphäre erhalten blieben. Bis zum Ersten Weltkrieg etablierte sich Großbritannien als eines der wichtigsten Mächte in der Großregion und hatte sich vielerorts Möglichkeiten geschaffen, direkt oder indirekt Einfluss auf politische, wirtschaftliche und soziale Entwicklungen zu nehmen. Das Seminar widmet seine Aufmerksamkeit den verschiedenen Formen imperialer Herrschaft in Asien, die Briten im Laufe des 19. Jahrhunderts etablierten, sicherten und durchsetzten. Es befasst sich mit der wirtschaftlichen Durchdringung der Großregion sowie mit seiner wissenschaftlichen Erforschung. Es fragt nach den Grenzen imperialer Dominanz und geht auf Reaktionen der einheimischen Bevölkerungen auf die britischen Initiativen ein. Um die Veranstaltung inhaltlich nicht zu überfrachten, konzentriert sie sich auf Entwicklungen in Indien, auf der malaiischen Halbinsel und dem umliegenden Inselarchipel sowie in China. Über die Einführung in ein spannendes Forschungsthema hinaus strebt das Seminar an, Grundkenntnisse des wissenschaftlichen Arbeitens zu vermitteln und das historiographische Handwerk einzuüben, zu vertiefen und anzuwenden. Eigenständige Arbeitsweise und die Bereitschaft zur Lektüre englischsprachiger Texte werden vorausgesetzt.

 
Eine Klausur wird am 07.06.2019 geschrieben. Andere Studienleistungen (Referate, Quellenrecherche und -präsentationen, Rezensionen, evtl. Essays) werden im Laufe des Semesters erbracht. Hausarbeiten müssen bis zum 01.09.2019 abgegeben werden. Mündliche Prüfungen erfolgen nach individueller Absprachen zwischen dem 22.07. und 10.10.2019.
 
Literatur:
  • John Darwin: Das unvollendete Weltreich. Aufstieg und Niedergang des Britischen Empire 1600-1997, Frankfurt/Main / New York 2013;
  • Stephen Howe: Empire. A Very Short Introduction, Oxford 2002;
  • William Roger Louis (Hrsg.): The Oxford History of the British Empire, Bde. 2 und 3, Oxford 1998/99;
  • Jürgen Osterhammel: Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts, München 2009.
 
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Übung: Globalisierte Welt um 1900?
Tiefenbohrungen in Freiburg

Donnerstag, 08.30 – 10.00 Uhr (s.t.)
Raum: KG IV, 4429
 

Die fünf Jahrzehnte vor dem Ersten Weltkrieg gelten weithin als Phase einer ersten Globalisierungswelle. Getragen von den Transport- und Kommunikationsrevolutionen des 19. Jahrhundert hätten dauerhafte Verbindungen über Länder- und Kontinentgrenzen hinweg verschiedene Weltregionen in einer nie zuvor gekannten Art und Weise miteinander in Beziehung gesetzt und den dauerhaften Austausch von Waren, Menschen und Ideen ermöglicht. Auch vielen Zeitgenossen schien die Verflechtung der Welt derart fortgeschritten zu sein, dass sie größere militärische Konflikte zwischen den großen, vor allem wirtschaftlich miteinander im Austausch stehenden Ländern der Welt für kaum mehr möglich hielten. Zugespitzte Behauptungen wie die von John Maynard Keynes, er habe sich vor dem Ersten Weltkrieg über Nacht alle Waren der Welt an seine Haustür in London liefern lassen können, zeugen von der globalisierten Welt um 1900.

 

Was aber bedeutete diese ‚verflochtene Welt‘ für die Bewohner einer kleinen, bürgerlich geprägten deutschen Provinzstadt wie Freiburg? Inwieweit hatten auch sie Anteil am weltumspannenden Austausch von Dingen, Menschen und Ideen? Wie international war etwa die Studentenschaft der Universität? Welche und wieviel Auslandsprodukte konnten die Bürger in den Läden erstehen? Und inwiefern waren Freiburger selbst aktiv an der Verflechtung beteiligt?

 

Fragen wie diesen geht die Übung mit dem Ziel nach, Interesse an der Globalgeschichte zu wecken und deren Potentiale und Grenzen an konkreten Beispielen auszuloten. Die Teilnehmer werden dazu nach thematisch und methodisch einführenden Sitzungen eigenständig eng umgrenzte Fragen entwickeln, zu denen sie anschließend Quellen recherchieren, zusammenstellen und kommentierend auswerten sollen. Am Ende sollen kommentierte Quelleneditionen stehen, die im Plenum diskutiert werden können und zur Klärung der Frage beitragen, wie ‚global‘ Freiburg um 1900 war. Essentiell für das Gelingen der Übung ist eine ausgeprägte Bereitschaft, eigenständig zu arbeiten und englischsprachige Texte zu lesen.

 
Literatur:
  • Sebastian Conrad/Jürgen Osterhammel (Hrsg.): Das Kaiserreich transnational. Deutschland in der Welt 1871-1914, Göttingen 2004;
  • Jürgen Osterhammel: Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts, München 2009;
  • Roland Wenzlhuemer: Globalgeschichte schreiben. Eine Einführung in 6 Episoden (UTB, Bd. 4765), Konstanz/München 2017.
 

Winter Term 2018/19

PD Dr. Martin Rempe


Quellenübung: Geschichte des Panafrikanismus

Dienstag, 14:00–16:00 Uhr
KG IV, Raum 4450

Pan-Bewegungen, so der kenianische Afrikanist Ali Mazrui, sind stets aus einer Mixtur von realen Albträumen und großen Visionen erwachsen. Dies gilt nicht zuletzt für den Panafrikanismus, in dem sich ausgehend von den USA und Europa seit dem 19. Jahrhundert Hoffnungen auf eine bessere Zukunft für den afrikanischen Kontinent manifestierten. Den einen Panafrikanismus gab es freilich nicht. Er äußerte sich als vage Idee ebenso wie als klar umrissene Ideologie. Einzelne Intellektuelle gaben ihm genauso ein Gesicht, wie er zum Fundament einer sozialen Bewegung wurde, und aus einem peripheren Phänomen der afrikanischen Diaspora entwickelte sich letztlich ein zentrales Konzept kontinentaler Selbstbehauptung. In der Übung werden wir uns der Geschichte des Panafrikanismus von den Vorläufern, die ins Zeitalter des transatlantischen Sklavenhandels zurückreichen, bis zu panafrikanischen Debatten der Gegenwart widmen. Anhand einschlägiger Reden, Schriften und Bücher zentraler Vordenker und Protagonisten wie Edward Wilmot Blyden, W. E. B. Du Bois, Marcus und Amy Ashwood Garvey, Léopold Sédar Senghor, George Padmore und vielen anderen wird die Entwicklung und Vielschichtigkeit des Panafrikanismus zwischen egalitärer Idee, antikolonialer Befreiungsideologie, nationalistischer Bewegung und regiaonaler Integrationsformel im Detail greifbar. 

Prüfungsleistungen: Referat; Kurzessay.

Einführende Literatur:
  • Adi, Hakim u. Marika Sherwood, Pan-African History: Political Figures from Africa and the Diaspora since 1787, London / New York 2003.
  • Geiss, Imanuel, Panafrikanismus. Zur Geschichte der Dekolonisation, Frankfurt am Main 1968.

 

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Hauptseminar: Geschichte der Entwicklungspolitik

Donnerstag, 9:00–11:00 Uhr
KG IV, Raum 1142

Als neues Paradigma der internationalen Beziehungen setzte sich Entwicklungspolitik erst nach 1945 im globalen Maßstab durch. Dennoch lassen sich vor allem im kolonialen Kontext private Initiativen und staatliche Programme bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts zurückverfolgen, die sich die Entwicklung des globalen Südens zur Aufgabe machten. Entwicklungspolitik, die nach Ende des Zweiten Weltkriegs von westlichen, sozialistischen und seit der Dekolonisation auch von Ländern der bald so genannten Dritten Welt betrieben wurde, hatte daher mindestens zwei Wurzeln: Zum einen gründete sie in der Zivilisierungsmission europäischer Kolonialmächte. Zum anderen verliehen die USA der Entwicklungsidee nach 1945 einen antikolonialen Impetus und verhalfen ihr so zum weltweiten Durchbruch. Jenseits eurozentrischer Perspektiven wird das Hauptseminar anhand einiger Fallbeispiele Kontinuitäten und Veränderungen von Entwicklungspolitik und damit verbundenen Praktiken im globalen Süden im 20. Jahrhundert erörtern. Dabei werden gängige Dichotomien zwischen kolonialen britischen und französischen Praktiken, zwischen kolonialer und postkolonialer Entwicklungspolitik, aber auch zwischen der postkolonialen Entwicklungspolitik von Geberländern und -institutionen einerseits und von afrikanischen Empfängerländern andererseits kritisch auf den Prüfstand gestellt. Übergreifend bietet das Hauptseminar einen detaillierten Überblick zum vergleichsweise jungen Feld der historischen Entwicklungsforschung. Prüfungsleistungen: Referat; Hausarbeit.

Einführende Literatur:
  • Hodge, Joseph Morgan, Writing the History of Development (Part 1: The First Wave), in: Humanity 6. 2015, S. 429–464.
  • Ders., Writing the History of Development (Part 2: Longer, Deeper, Wider), in: Humanity 7. 2016, S. 125–174; Rist, Gilbert, The History of Development: From Western Origins to Global Faith, London 2008.
  • Unger, Corinna R., International Development: A Postwar History, London u.a. 2018.

 

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Vorlesung: Soundtrack der Moderne. Musikwelten im 19. und 20. Jahrhundert

 
Mittwoch, 12:00-14:00 Uhr
KG III, Raum 3118

Die Vorlesung thematisiert in globalgeschichtlicher und genreübergreifender Perspektive zentrale Entwicklungen der Musikgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert. Im Anschluss an Howard Beckers Konzept der Art Worlds werden zum einen bestimmte Musikrichtungen wie die Welt der klassischen Musik und der Oper, die Welt des Jazz und des Tangos bis hin zur Popmusikwelt und den Avantgardezirkeln der 1950er und 60er Jahre auf ihre Entstehungsbedingungen, bedeutenden Musiker/-innen und Verbreitungswege hin befragt. Zum anderen widmet sich die Vorlesung allgemeineren sozioökonomischen, kulturellen und politischen Phänomenen, die jeweils diese Musikwelten mehr oder weniger stark prägten. So kommt die Formierung eines modernen musikalischen Arbeitsmarktes und der globale Aufstieg und Fall der Militärmusik genauso ausführlich zur Sprache wie die Ende des 19. Jahrhunderts wesentlich durch die Schallplattenindustrie beschleunigte Kommerzialisierung von Musik. Damit verbunden wird die Verwertung von Musik im Rahmen der zunehmenden Durchsetzung und Ausdifferenzierung des musikalischen Urheberrechts seit der Jahrhundertwende thematisiert und die Verwissenschaftlichung durch Musikwissenschaft und Musikethnologie beleuchtet, die zugleich wesentlich am Prozess der Bewertung und Hierarchisierung von verschiedenen Musikrichtungen beteiligt waren. Nicht zuletzt werden der Zusammenhang von Musik und Politik sowie die Instrumentalisierung von Musik zu propagandistischen Zwecken erörtert, die nicht nur, aber ganz besonders in den Weltkriegen und unter diktatorischer Herrschaft zum Tragen kam. Insgesamt zielt die Vorlesung so auf einen abwechslungsreichen Soundtrack der Moderne: eine Musikgeschichte, die den vielfältigen musikästhetischen Dynamiken des 19. und 20. Jahrhunderts Rechnung trägt und diese in übergreifende wirtschafts-, sozial- und politikgeschichtliche Entwicklungen einbettet.  Prüfungsleistung: Klausur

 

Literatur:

  • Blanning, Timothy C. W., The Triumph of Music: The Rise of Composers, Musicians and their Art, Cambridge, MA 2008.
  • Osterhammel, Jürgen, Globale Horizonte europäischer Kunstmusik, 1860–1930, in: Geschichte und Gesellschaft 38. 2012, S. 86–132.
  • Ross, Alex, The Rest is Noise. Das 20. Jahrhundert hören. Aus dem Amerikanischen von Ingo Herzke, München / Zürich 20092.
  • Wicke, Peter, Von Mozart zu Madonna. Eine Kulturgeschichte der Popmusik, Frankfurt am Main 2001.
 
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Prof. Dr. Sabine Dabringhaus und PD Dr. Martin Rempe

 

Kolloquium: Außereuropäische Geschichte 

 
Dienstag, 16:00-18:00 Uhr
KG IV, Raum 4450

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Dr. Martin Bemmann

 

Proseminar: Japan und die Weltwirtschaft, 1850-1950


Mittwoch, 8:00-11:00 Uhr
Breisacher Tor, Raum 101

 

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts war Japan ein Land, das sich weitgehend von äußeren Einflüssen versuchte abzuschließen. Die Kanonenboote des Amerikaners Matthew Perry, die 1853 an der japanischen Küste landeten, änderten dies. Doch was sich anließ, wie eine Wiederholung der imperialen Politik gegenüber dem großen Nachbarn China, das für die kommenden Jahrzehnte unter „ungleichen Verträgen“ und der Unfähigkeit litt, das eigene Land zu modernisieren, wurde zum Ausgangspunkt einer politischen, wirtschaftlichen und sozialen Revolution. Nach wenigen Jahren setzte die Elite des Inselstaates auf eine konsequente Westernisierung der japanischen Gesellschaft und strebte die Industrialisierung ihres Landes ebenso an wie dessen Einfügung in die entstehende ‚Weltwirtschaft‘. Und innerhalb weniger Jahrzehnte schaffte es das Land tatsächlich, eines der ökonomischen Schwergewichte der Welt zu werden, das europäischen Staaten Geld borgen und eine der schlagkräftigsten Militärmaschinerien etablieren konnte.

Das Seminar zeichnet zum einen diesen Weg Japans von der wirtschaftlichen Isolation hin zu einer der ökonomischen Weltmacht nach, fragt nach den Gründen für diese Erfolge und setzt die Entwicklung des Landes in Beziehung zu der der Weltwirtschaft, die sich zwischen 1850 und 1950 ebenfalls fundamental wandelte. Zum anderen strebt das Seminar an, Grundfertigkeiten von Historikern einzuüben und/oder zu vertiefen. Die Bereitschaft zur Lektüre englischsprachiger Texte wird vorausgesetzt.


Eine Klausur wird am 21.12.2018 geschrieben. Mündliche Prüfungen finden nach Vereinbarung statt, möglichst aber in der Woche vom 11.-15.02.2019. Hausarbeiten sind bis zum 10.03.2019 abzugeben.

 

Literatur:

  • Frederick Dickinson: World War I and the Triumph of a New Japan, 1919-1930 (Studies in the Social and Cultural History of Modern Warfare), Cambridge 2013.
  • David Flath: The Japanese Economy, Oxford 2000; Andrew Gordon: A Modern History of Japan. From Tokugawa Times to the Present, New York et al 2003.
  • Kozo Yamamura: The Economic Emergence of Modern Japan, Cambridge 1997; John W. Hall et al. (Hrsg.): The Cambridge History of Japan, Bde. 5 und 6, Cambridge 1988/89.

 

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Summer Term 2018

Prof. Dr. Sabine Dabringhaus

 

Proseminar:

Geschichte des modernen China (19.-21. Jahrhundert). Eine Einführung.

Zeit: Montag, 9-12 Uhr

Ort: Übungsraum 2, KG IV

Das 21. Jahrhundert wird häufig als das „chinesische Jahrhundert“ bezeichnet. Wie ist der Aufstieg Chinas zur modernen Weltmacht zu erklären? Sein Weg in die Moderne – so der Titel eines lesenswerten Überblickwerkes von Jonathan Spence -  begann im 19. Jahrhundert im demütigenden Kontext von Kolonialismus und Imperialismus. Chinesen bezeichnen daher die Periode zwischen 1840 und 1949 auch als „Jahrhundert der Erniedrigungen“. Welche wichtigen historischen Stationen liegen in dem gesamten Zeitraum vom 19.-21. Jahrhundert? Als Lektüregrundlage dienen die Beiträge in der 2016 erschienenen Oxford Illustrated History of Modern China. Ihre Autoren sind zugleich führende Experten zu den jeweiligen inhaltlichen Schwerpunkten. Auch die individuellen Forscherbiographien werden in dem Seminar besprochen. Folglich bietet diese Veranstaltung, die auch methodisch in die Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens einführt (Tutorat), nicht nur einen fundierten Überblick über Chinas moderne Geschichte, sondern sie erschließt ebenso die westliche Historiographie für diesen Zeitraum.

 

Einführende Literatur:

Jonathan Spence, Chinas Weg in die Moderne, München 1995.

 

Hauptseminar:

Die Seidenstraße – Geschichte, Vision und Wirklichkeit

 

Zeit: Montag, 12-14 Uhr

Ort: Übungsraum 2, KG IV

Seit der Antike bilden die Routen, die heute unter dem Begriff „Seidenstraße“ zusammengefasst werden, ein weitverzweigtes Verkehrsnetz, dessen Hauptstrang von China bis zum Mittelmeer reicht. Die Bezeichnung geht auf den deutschen Geographen und China-Reisenden Ferdinand von Richthofen (1833-1905) zurück. Nicht nur Kaufleute, Gelehrte und Armeen reisten auf den Karawanenstraßen und Seerouten, sondern auch Religionen und Kulturen. Ihre größte Bedeutung erreichte die alte Seidenstraße zwischen dem 2. Jhrd. v. Chr. und dem 13. Jahrhundert. Unter dem Titel „Seidenstraßen –Straßen des Dialogs“ griff die UNESCO 1988 bis 1997 diese Vision wieder auf. Ihr Ziel war nicht nur die wissenschaftliche Rekonstruktion der Vergangenheit, sondern ebenso die Entwicklung von Zukunftsprojekten und die Völkerverständigung. Darauf beriefen sich 2004 auch Politiker aus rund dreißig Staaten bei ihrer Unterzeichnung eines Abkommens, das die Vision einer „neuen Seidenstraße“ realisieren sollte. 2013 erklärte der chinesische Staatspräsident Xi Jinping offiziell seine „One Belt, One Road Initiative“ zu Chinas Prestigeprojekt. Die chinesische Regierung will mit ihrer Version der „Neuen Seidenstraße“ an Chinas einstiger globaler Bedeutung anknüpfen und entwirft einen Bauplan zukünftiger Größe. Welche Beziehung gibt es zu dem antiken Projekt? Lässt sich eine historische Linie von der Antike bis heute ziehen? Welche Auswirkungen hatten die jeweiligen Visionen und Realitäten der Seidenstraßen-Initiativen auf die betroffenen Regionen und Kulturen? Je mehr wir uns mit dieser Thematik beschäftigen, umso mehr Fragen werden sich ergeben. Das Seminar soll Gelegenheit bieten, sie mit Hilfe vielfältiger Lektürebeispiele zu diskutieren.

Einführende Literatur:

Xinru Liu: The Silk Roads: A Brief History with Documents, Bedford 2012.; Valerie Hansen, The Silk Road: A New History, Oxford 2015.

 

Examenskolloquium Außereuropäische Geschichte

 

Zeit: Dienstag, 14-16 Uhr

Ort: Raum 4337


Doktorandenkolloquium

 

Zeit: Dienstag, 12-13 Uhr

Ort: Raum 4337

 

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Dr. Martin Bemmann

 

Due to parental leave no courses during summer term 2018.

 

 

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Daniela Schneider

 

Übung:

Hongkong - von der Kronkolonie bis zu den Regenschirm-Proteste

Zeit: Dienstag, 8-10 Uhr

Ort: Raum 4450

 

Die heutige Weltmetropole Hongkong ist geprägt von westlichen und chinesischen Einflüssen. Dennoch hat sie ihren ganz eigenen Charakter. Anhand ausgewählter Quellentexte bietet diese Übung eine Einführung in die wichtigsten Ereignisse und Umbrüche in der Geschichte Hongkongs von den Anfängen der britischen Kronkolonie bis zu den Regenschirm-Protesten. Im Zentrum des Interesses steht die Gratwanderung Hongkongs zwischen englischer Besetzung und der „Rückkehr“ nach China.

 

Einführende Literatur: John Mark Carroll, A Concise History of Hong Kong, Lanham u.a. 2007.

David Faure (Hg.), Society. A Documentary History of Hong Kong (= A Documentary History of Hong Kong, Bd. 2), Hong Kong 1997.

Steve Yui-Sang Tsang (Hg.), Government and Politics. A Documentary History of Hong Kong (= A Documentary History of Hong Kong, Bd. 1), Hong Kong 1995.

 

Übung:

Quellen zur chinesischen Geschichte des 19./20. Jahrhunderts

Zeit: Dienstag, 10-12 Uhr

Ort: Raum 4450

 

 In ihrem Quellenband „Sources of Chinese Tradition“ haben William de Bary und Richard Lufrano eine große Zahl chinesischer Originalquellen in ihrer englischen Übersetzung für westliche Leser zugänglich gemacht. Auf Basis der Quellentexte, ergänzt von zeitgenössischen Karikaturen, bietet die Übung eine chronologische Einführung in die neuere chinesische Geschichte: Beginnend in der späten Qing-Dynastie über die Ausrufung der chinesischen Republik 1911 und die Gründung der Volksrepublik China durch Mao Zedong werden wichtige Quellen der chinesischen Geschichte vorgestellt und mit Hilfe der Sekundärliteratur kontextualisiert.

 

Einführende Literatur: William Theodore de Bary u. Richard Lufrano (Hg.), Sources of Chinese Tradition 2. From 1600 through the twentieth century, New York 20002.
 

Winter Term 2017/18

Prof. Dr. Sabine Dabringhaus

Due to research semester, there is no course available for Winter Term 2017/18

 

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Dr. Martin Bemmann

Proseminar:

Zwischen nationaler Hoffnung und imperialer Unterdrückung - China, Japan und der Völkerbund

Zeit: Freitag, 8-11 Uhr
Breisacher Tor, R. 101

Die Pariser Vorortverträge beendeten nicht nur den Ersten Weltkrieg, sondern läuteten mit der Formulierung von Statuten des Völkerbunds und der Internationalen Arbeitsorganisation auch eine neue Periode internationaler Zusammenarbeit ein. Zu den erklärten Grundprinzipien des Völkerbunds gehörte die Souveränität von (National-)Staaten. In bisher faktisch oder nominal abhängigen Territorien Asiens und Afrikas weckte dies Hoffnung auf Autonomie und Unabhängigkeit. Doch diese Hoffnungen wurden rasch ebenso enttäuscht wie das wichtigste Anliegen des Völkerbunds an den faktischen Machtverhältnissen der Zeit scheiterte: die Sicherung des Weltfriedens. Gleichwohl legen gerade jüngere Studien nahe, dass diese Charakterisierung des Völkerbunds als Papiertiger zu kurz greift und er es in vielen, auf den ersten Blick unpolitischen Bereichen schaffte, durchaus eine neuartige Zusammenarbeit über Grenzen hinweg zu etablieren, die zur Stärkung staatlicher Souveränität beitragen konnte und nach dem Zweiten Weltkrieg fortgesetzt wurde. Die Beziehungen Chinas und Japans zueinander sowie zum Völkerbund bieten für beide Perspektiven ein hervorragendes Beispiel, deren Diskussion sich das Seminar widmen wird.

Über die Einführung in ein spannendes Untersuchungsfeld aktueller globalgeschichtlicher Forschung hinaus strebt das Seminar an, Grundkenntnisse des wissenschaftlichen Arbeitens zu vermitteln und das historiographische Handwerk einzuüben, zu vertiefen und anzuwenden. Eigenständige Arbeitsweise und die Bereitschaft zur Lektüre englischsprachiger Texte werden vorausgesetzt.

Eine Klausur wird am 22.12.2017 geschrieben. Andere Studienleistungen (Referate, Essays, Rezensionen) werden im Laufe des Semesters erbracht. Hausarbeiten müssen bis zum 11.03.2018 abgegeben werden. Eventuelle mündliche Prüfungen erfolgen in der Woche vom 12.-16.02.2018.

Einführende Literatur: Thomas W. Burkman: Japan and the League of Nations, 1914-1938, Honolulu 2008; Frederick Dickinson: World War I and the Triumph of a New Japan, 1919-1930, Cambridge 2013; Steffen Hell: Der Mandschurei-Konflikt. Japan, China und der Völkerbund 1931-33, Tübingen 1999; Susanne Kuß: Der Völkerbund und China. Technische Kooperation und deutsche Berater 1928-34, Münster 2005; Jürgen Osterhammel: Shanghai, 30. Mai 1925. Die chinesische Revolution, München 1997.

 

Übung:

Der globale Wald - Wirtschaft, Wissen und Transfers, 1700-2000

Zeit: Donnerstag, 8-10 Uhr
KGIV, R. 4450

Im Jahr 2013 lancierten forstliche Lobbygruppen in Deutschland eine Kampagne, die darauf hinwies, „Begriff und Prinzip“ der heute allgegenwärtigen „Nachhaltigkeit“ seien „vor 300 Jahren in Deutschlands Wäldern geboren“ worden. Damit verwiesen die Autoren auf die 1713 erfolgte Veröffentlichung der „Silviculture Oeconomica“ des sächsischen Montanbeamten Hans Carl von Carlowitz, die in der Fachgeschichte als erstes forstwissenschaftliches Werk gilt. Schon allein dessen Entstehungsgeschichte aber zeugt davon, dass Carlowitz kein genialer Erfinder eines bis dahin unbekannten Konzepts war, sondern auf lokale, regionale und sogar globale Wissensbestände zurückgriff, um sein Werk zu verfassen. Weder stand die Wiege „der Nachhaltigkeit“ in „Deutschlands Wäldern“ noch ist die eindeutige – und nachträgliche – Nationalisierung diesbezüglicher Wissensbestände plausibel.

Die Übung dient dazu, Quellen zu recherchieren, zusammenzustellen und auszuwerten, die derartige grenz- und kontinentübergreifende Wissenstransfers mit forstlichem Bezug zwischen dem 18. und 20. Jahrhundert darstellen und verdeutlichen. Dabei sollen Fragen diskutiert werden, wie etwa jene nach der tatsächlichen oder vermeintlichen Sonderstellung der ‚deutschen Forstwirtschaft‘, nach den Ursprünge westlichen Umweltbewusstseins, nach der Entstehung internationaler Organisationen oder auch nach der Bedeutung verschiedener Wissensformen in der Behandlung von Wäldern. Die Übung soll damit dazu beitragen, Interesse für umwelt- und wissensgeschichtliche Fragen zu wecken oder zu vertiefen und gleichzeitig die Arbeit mit Quellen einüben.

Die Bereitschaft, eigenständig zu arbeiten und englischsprachige Texte zu lesen, wird vorausgesetzt.

Einführende Literatur: Hannß Carl von Carlowitz: Sylvicultura Oeconomica, oder haußwirthschaftliche Nachricht und naturmaeßige Anweisung zur Wilden Baum-Zucht, Leipzig 1713 [ND Remagen 2013; München 2013]; Alfred Crosby: The Columbian Exchange. Biological and Cultural Consequences of 1492, Westport 1972; Joachim Radkau: Natur und Macht. Eine Weltgeschichte der Umwelt, München 2000; Joachim Radkau: Holz. Wie ein Naturstoff Geschichte schreibt, München 2007.

 

Summer Term 2017

Prof. Dr. Sabine Dabringhaus

Proseminar:

Erdbeben im frühen 20. Jahrhundert - Ein globalerVergleich

Zeit: Dienstag, 9-12 Uhr c.t.
Raum: KG IV – Übungsraum 2

Die moderne Geschichte der Erdbeben begann mit vier großen Erdbeben während der ersten beiden Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts, die in den USA (San Fransisco 1906), Italien (Messina 1908), China (Haiyuan 1920) und Japan (Kanto 1923) stattfanden. Am Beispiel dieser vier Katastrophen soll der tiefgreifende Wandel im Umgang mit Erdbeben veranschaulicht werden. Dabei geht es sowohl um die jeweiligen dramatischen Ereignisse und ihre Folgen für die betroffenen Regionen, wie auch die Katastrophenhilfe und ihre wissenschaftliche Aufarbeitung durch die Entwicklung einer modernen seismologischen Forschung. In allen Fällen erfolgte ein intensiver internationaler Austausch sowohl bei der humanitären Hilfe wie auch im Wissenstransfer. Eine Vielfalt von Arbeitsbereichen und Methoden der Geschichtswissenschaft lässt sich an diesem Thema veranschaulichen.

Sehr gute Englisch-Kenntnisse sind für die Teilnahme an der Veranstaltung unbedingt notwendig.

Abgabetermin der Hausarbeit: 1. Oktober 2017

Mündliche Prüfungen nach individueller Absprache zwischen dem 31.07.2017 und 06.10.2017.

Literatur:
Christof Mauch/Christian Pfister (Hrsg.), Natural Disaster, Cultural Responses: Case Studies Toward a Global Environmental History, Lanham, MD 2009; Bill McGuire, Global Catastrophes. A Very Short Introduction, Oxford 2002; Jelle Zeilinga de Boer/Donald T. Sanders, Earthquakes in Human History. The Far-reaching Effects of Seismic Disruptions, Princeton,NJ 2005.

 

Hauptseminar:

Kosmopolitismus in China

Zeit: Montag, 10-12 Uhr c.t.
Raum: KG IV – Übungsraum 2

In der Gegenwart scheint der Kosmopolitismus zunehmend an Bedeutung zu verlieren. Nationalismus und Populismus sind hingegen weltweit im Aufschwung. Das gilt auch für die Volksrepublik China. Umso wichtiger ist es, an Chinas kosmopolitischen Wurzeln zu erinnern: Bereits Chang’an, die Millionenmetropole des 7. Jahrhunderts, wird in der Forschung als kosmopolitische Stadt gepriesen. Chinas Philosophie, der Konfuzianismus, wird immer wieder im Zusammenhang mit Kosmopolitismus diskutiert. Das koloniale Shanghai der 1920er Jahre gilt als Inbegriff eines kosmopolitischen Bürgertums. Zahlreich sind die Beispiele aus der chinesischen Geschichte, die den Begriff im chinesischen Kontext veranschaulichen und zugleich eine kulturvergleichende Diskussion des Begriffs ermöglichen.

Abgabetermin der Hausarbeit: 1. Oktober 2017

Mündliche Prüfungen nach individueller Absprache zwischen dem 31.07.2017 und 06.10.2017.

Literatur:
Minghui Hu/Johan Elverskog, Cosmopolitanism in China, 1600-1850, Amherst, NY 2016.

 

Übung:

Quellen zur chinesischen Geschichte (18./19.Jahrhundert)

Zeit: Montag, 12-14 Uhr c.t.
Raum: KG IV – Übungsraum 2

Eindrucksvolle Quelleneditionen der letzten Jahre ermöglichen es uns, die Geschichte Chinas seit dem 18. Jahrhundert aus westlichen und zugleich chinesischen (in englischer Übersetzung) Quellen zu erschließen. In der Übung werden historische Ereignisse und Persönlichkeiten der beiden letzten Jahrhunderte in der Geschichte des chinesischen Kaiserreiches quellenkritisch aus beiden kulturellen Perspektiven diskutiert. Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten gibt es? Wie unterscheiden sich die kritische Beurteilung der chinesischen Monarchie in den Schriften des chinesischen Gelehrten und Elitebeamten Chen Hongmou von den Beurteilungen im Briefwechsel von Gottfried Wilhelm Leibniz mit den Jesuiten in China? Wie interpretieren Chinesen und Europäer die erste britische Gesandtschaft 1793 am Kaiserhof in Beijing? Welche Bedeutung wird dem Taiping-Aufstand der 1850er Jahre von chinesischen und westlichen Autoren beigemessen? Eine Einbeziehung des Forschungsstandes zu den jeweiligen Themenfeldern zeigt zudem, wie die moderne China-Wissenschaft das reiche Quellenmaterial bearbeitet hat.

Literatur:
Cho-yun Hsu, China. A New Cultural History, New York 2012.

 

Kolloquium:

Außereuropäische Geschichte

Dienstag: 14-16 Uhr

Bitte bei Anmeldung nach den genauen Terminen fragen

Raum: R 4337, KG IV

Anmeldung per Email an sabine.dabringhaus@geschichte.uni-freiburg.de

 

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Cilia Neumann

Proseminar:

Genozidvergleich 20. Jahrhundert

Zeit: Montag, 9-12 Uhr c.t.
Raum: KG I – HS 1142

Die vergleichende Genozidforschung hat sich seit den 1970er Jahren vornehmlich im angelsächsischen Raum zu einem eigenen akademischen Fachgebiet entwickelt. In Deutschland tut man sich mit dem komparativen Ansatz immer noch schwer, gerät die Disziplin schnell in Verdacht, die Singularität des Holocaust einzuschränken. Auch die Opfer anderer Völkermorde sehen darin womöglich eine Relativierung ihres Leids. Es bedarf aber gerade einer vergleichenden Methode, um die singulären Aspekte eines jeden Genozids herauszuarbeiten. Die konzeptionelle Öffnung des Genozidbegriffs ist gerade deshalb interessant, um sich mit den historischen Prozessen, den sozialen und politischen Strukturen kollektiver Gewaltakte sowie mitihren generationenübergreifenden Auswirkungen analytisch auseinanderzusetzen. Das PS zur vergleichenden Genozidforschung beschäftigt sich mit den sozialen Rahmenbedingungen von Völkermord und versucht die Verfolgungs- und Vernichtungsmuster, die gesellschaftsübergreifend zur Legitimation von Verfolgung, Ausgrenzung und Gewalt sowie zur Mobilisierung von Tätergesellschaften dienen, zu analysieren. Zunächst wird die Geschichte der juristischen, politischen und wissenschaftlichen Beschäftigung mit dem Phänomen Völkermord erörtert und theoretische Erklärungsansätze diskutiert, die im Anschluss anhand der wichtigsten, historischen Fälle von Völkermord im 20. Jahrhundert auf ihre Anwendbarkeit hin überprüft werden sollen.

Die Lektüre englischsprachiger Texte ist Voraussetzung zur Teilnahme am Seminar.

 

Winter Term 2016/17

Prof. Dr. Sabine Dabringhaus

Proseminar:

Muslime in China: Ein historischer Überblick

Zeit: Dienstag, 9-12 Uhr c.t.
Raum: KG IV – Übungsraum 2

Erste Sitzung: 18.10.2016

Seit dem 7. Jahrhundert reisten muslimische Händler nach China. Eine eigene muslimische Kultur entstandin China im 14./15. Jahrhundert. Seitdem unterscheidet man zwischen den Hui, den chinesischen Muslimen,und den islamischen Turkvölkern an der nordwestlichen Peripherie Chinas, dem heutigen Autonomen GebietXinjiang. Im Seminar soll die historische Entwicklung des Islams in China veranschaulicht werden. AmBeispiel der Muslime lässt sich zudem sehr gut die wechselvolle Geschichte des Vielvölkerreiches Chinanachvollziehen.

Als Textlektüre wird hauptsächlich englischsprachige Literatur verwendet.

Literatur:
Helwig Schmidt-Glintzer, China. Vielvölkerreich und Einheitsstaat, München 1997; Laura Newby, Islam inChina, Edinburgh 2016.

Der Abgabetermin der Hausarbeit ist am 30.03.2017.
ggf. mündliche Prüfungen nach individueller Absprache zwischen dem 13.02. bis 13.04.2017.

 

Hauptseminar:

Hafenstädte im transkulturellen Vergleich

Zeit: Montag, 10-12 Uhr c.t.
Raum: KG IV – Übungsraum 2

Erste Sitzung: 24.10.2016

Seit Jahrhunderten sind Hafenstädte herausragende Orte des Austauschs von Gütern, Ideen und Menschen.Sie verbinden nicht nur Land und Meer, sondern politische Mächte und ganze Zivilisationen miteinander.Konjunkturen der Weltmärkte bestimmen ihr wirtschaftliches Geschehen. Die moderne Forschung bezeichnetsich als „global players“. Tatsächlich verbindet eine Hafenstadt mehr mit ihrem Gegenüber jenseits desWassers als mit Nachbarorten entlang der eigenen Küste. In der Geschichtsschreibung wurden Hafenstädteseltener und eher kritisch betrachtet: Aus Sicht der binnenländischen Zentren galten sie als schwerkontrollierbare Peripherie und ihre kosmopolitische Bewohner als suspekt – vor allem aus der Sicht religiöser,kultureller und nationaler Orthodoxien. Diese vielfältige Bedeutung von Hafenstädten soll in dem Hauptseminarmit Fallbeispielen wie Hamburg, Hoi An, Marseille und Osaka verdeutlicht werden. Was verbindet sie? WelchesVerhältnis haben sie zum Hinterland? Wie lassen sich Blüte und Niedergang erklären?

Als Textlektüre wird hauptsächlich englischsprachige Literatur verwendet.

Literatur:
Frank Broeze, Port Cities: The Search for Identity, in: Journal of Urban History 2 (1985), 109-225; Arndt Graf/Chua Beng Huat (Hgg.), Port Cities in Asia and Europe, London/New York 2009.

Der Abgabetermin der Hausarbeit ist am 30.03.2017.
ggf. mündliche Prüfungen nach individueller Absprache zwischen dem 13.02. bis 13.04.2017.

 

Übung:

Quellen zur Tibetischen Geschichte

Zeit: Montag, 12-14 Uhr c.t.
Raum: KG IV – Übungsraum 2

Erste Sitzung: 24.10.2016

Kurtis R. Schaeffer und seine Co-Autoren haben in ihrem Band „Sources of Tibetan Tradition“ eine einzigartigeSammlung tibetischer Quellentexte in englischer Übersetzung zusammengestellt. Dieses Material bildet dieGrundlage für die Einführung in die Tibetische Geschichte von ihren Anfängen bis ins 20. Jahrhundert.Tibets besondere Geographie und wechselvolle historische Entwicklung spiegeln sich wider in den Schriftenvon religiösen und politischen Führern, gelehrten Philosophen und kontemplativen Mönchen, von Dichternund Künstlern sowie in den Lebensbildern von Adligen und Nomaden. Die Lektüre der ausgewähltenQuellenbeispiele offenbart nicht nur die Bedeutung des Buddhismus für die Entwicklung der tibetischen Kultur,sondern wirft ebenso vielfältige Perspektiven auf Geschichte, Politik, Recht, Medizin, Sitten und Gebräuche.

Als Textlektüre wird hauptsächlich englischsprachige Literatur verwendet.

Literatur:
Gray Tuttle u.a. (Hgg.), Tibetan History Reader (New York: Columbia University Press 2013).

 

Kolloquium:

Außereuropäische Geschichte

Dienstag: 14-16 Uhr

nicht wöchentlich stattfinden, bitte bei Anmeldung nach dem ersten Termin fragen

Raum: R 4337, KG IV

Anmeldung per Email an sabine.dabringhaus@geschichte.uni-freiburg.de

 

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Cilia Neumann

Übung:

Die Khmer Rouge

Zeit: Montag, 9-11 Uhr c.t.
Raum: KG I – HS 1142

Erste Sitzung: 17.10.2016

Einführung in die Geschichte Kambodschas. Ausgehend von den drei Indochina Kriegen seit 1946 behandelt diese Übung die politischen Entwicklungen in Kambodscha sowie die Ursachen, die zum Aufstieg der Roten Khmer führten und zur Gründung des "Demokratischen Kampuchea", 1975-1979. Die Übung geht dabei chronologisch vor und vertieft die Geschichte der Roten Khmer und ihrer vierjährigen Schreckensherrschaft, die bis zu 3 Millionen Todesopfer forderte. Die Geschichte des Genozids reicht bisin den Vietnamkrieg zurück, als Kambodscha in den 1960er Jahren ein wichtiges Rückzugsgebiet für die vietnamesische Untergrundarmee wurde. Die systematische Bombardierung Ostkambodschas auf Befehlvon US-Präsident Richard Nixon ab 1969 hat den kommunistischen Widerstand und die Unterstützung inder Bevölkerung für die Roten Khmer gefördert, die im April 1975 die Hauptstadt Phnom Penh einnahmen. Die Biographie Pol Pots, Ministerpräsident des "Demokratischen Kampuchea" und seine Ideologie eines klassenlosen "Steinzeitkommunismus" stehen im Vordergrund der Diskussion. Mit dem Vergleich zu dengroßen Genoziden des 20. Jahrhunderts versucht die Übung Antworten für die politischen und sozialen Ursachen des Völkermordes in Kambodscha zu finden. Der Friedensprozess in Kambodscha ist noch nicht abgeschlossen. Demokratie und Menschenrechte sind in dem südostasiatischen Land stark eingeschränkt unddie Bevölkerung leidet unter Traumatisierung. Zwar sind die Roten Khmer noch immer im Untergrund aktiv,aber sie stellen derzeit keine akute Bedrohung für den Staat dar. 30 Jahre nach den Verbrechen der Roten Khmer, versuchte das Rote Khmer-Tribunal den Opfern des Völkermordes gerecht zu werden.

Die Bereitschaft zur Lektüre englischsprachiger Texte ist Voraussetzung zur Teilnahme am Seminar.

Literatur:
Short, Philip (2005): Pol Pot. The history of a nightmare. London: Murray. Golzio, Karl-Heinz (2003): GeschichteKambodschas. [das Land der Khmer von Angkor bis zur Gegenwart]. Orig.-Ausg. München: Beck (Beck'scheReihe, 1516).
Chandler, David P. (1991): The tragedy of Cambodian history. Politics, war, and revolution since 1945. [2. print.].New Haven: Yale Univ. Press.

 

Sommersemester 2016

Prof. Dr. Sabine Dabringhaus

Proseminar:

Gescheiterte Republiken? Deutschland und China zwischen den Weltkriegen

Zeit: Montag, 10-12 Uhr c.t.
Raum: KG IV – Übungsraum 2

Startdatum: 25. April 2016

In Deutschland und in China wurden in der Periode des Ersten Weltkriegs aus Monarchien Republiken. Die Weimarer Republik entstand unmittelbar nach Kriegsende im November 1918 und ging 1933 in Hitlers totalitärem NS-Staat unter. Bereits im Dezember 1911 hatte der letzte Kaiser der chinesischen Geschichte abgedankt und China war zu Beginn des Jahres 1912 zur Republik geworden. Die Gründung der Volksrepublik China im Oktober 1949 durch Mao Zedong beendete formal die Republik auf dem chinesischen Festland. Warum konnten sich in beiden Ländern in der Zwischenkriegszeit keine republikanischen Staatsformen stabilisieren? Welche internen und externen Faktoren spielten eine Rolle? Kann man so unterschiedliche Staaten wie Deutschland und China überhaupt miteinander vergleichen? Im Kontext dieser zentralen Leitfragen ist es das Ziel dieses Proseminars eine grundlegende Einführung in die Geschichte beider Staaten während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu bieten und zugleich einen Einblick in die spannende Welt des interkulturellen Vergleichs zu ermöglichen.

Literaturhinweise: Günter Mai, Die Weimarer Republik, München 2014; Hans Mommsen, Aufstieg und Untergang der Weimarer Republik, Berlin 2000; Diana Lary, China’s Republic, Cambridge 2007.

 

Masterseminar:

Geschichtsdenken im modernen Japan

Zeit: Dienstag, 10-12 Uhr c.t.
Raum: KG IV – Übungsraum 2

Startdatum: 26. April 2016

Wie in jeder Gesellschaft so ist auch in Japan die eigene Geschichte ein wichtiges Mittel zur Identitätsstiftung. Sie gehört zu den öffentlich umstrittenen Themen. Je nach politischer und gesellschaftlicher Lage lösen nationale Selbstbestätigung und Selbstkritik einander ab. Westorientierung und kulturelle Selbstbehauptung, nationale Durchhalteparolen und ein Plädoyer für mehr Demokratie bestimmten die Diskurse in Japan seit der großen Umbruchszeit der Meiji-Reformen in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Ein pazifisches Denken entwickelte sich in Japan als Reflex auf die eigene „Mission“ in Ostasien und die Kriegserfahrungen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Fragen nach der ethnischen Herkunft der Japaner und ihrem Verhältnis zu den asiatischen Nachbarn sind ebenso aktuell wie die Auseinandersetzungen mit den Kriegsverbrechen der japanischen Armee. Diese Themen prägen auch das Geschichtsdenken im modernen Japan. In dem Seminar sollen u.a. (ins Deutsche übersetzte) Quellentexte über Identität, Nation und Nationalismus, Geschichte und Mythos, Liberalismus, Gesellschaftskritik, Zivilisationstheorie, Historisches Bewusstsein und Vergangenheitskonstruktionen diskutiert und entsprechenden Beispielen westlicher Autoren gegenübergestellt werden.

Literaturhinweise: Reinhard Zöllner, Geschichte Japans. Von 1800 bis zur Gegenwart, Paderborn u.a. 2006; Ulinka Rublack, A Concise Companion to History, Oxford 2012.

 

Hauptseminar:

South China Sea: Geschichte einer Konfliktregion

Zeit: Montag, 12-14 Uhr c.t.
Raum: KG IV – Raum 4450

Startdatum: 25. April 2016

Das Südchinesische Meer gehört seit Jahrhunderten zu den wichtigsten internationalen Handelswegen. Die zahlreichen Inseln waren nur teilweise besiedelt und dienten vor allem Fischern als Landemöglichkeiten. Zur Konfliktregion wurde das Südchinesische Meer erst in den 1950er Jahren, als vor allem die Volksrepublik China Besitzansprüche auf Inselgruppen erhob. 1974 und 1988 kam es zwischen China und Vietnam zu militärischen Auseinandersetzungen. Im Kontext der UN-Seerechtskonvention von 1994 erweiterten sich die Spannungen auf den gesamten maritimen Raum. In den 1990er Jahren eskalierte der Streit vor allem zwischen den Philippinen und China. Seit einigen Jahren stellt der Konflikt um das Südchinesische Meer die zentrale Krise in Asien dar. Durch die Beteiligung der Weltmacht USA und die globale Vernetzung von Handelsströmen hat er längst auch eine globale Dimension erlangt.
Vor diesem aktuellen Konflikthintergrund soll in diesem Seminar das Südchinesische Meer als ein einheitlicher historischer Raum nach dem Vorbild von Fernand Braudels Mittelmeerstudie untersucht werden. Auch im Südchinesischen Meer lassen sich die drei Zeitschichten der longue durée, der mittleren Ebene und der Ereignisgeschichte finden und ermöglichen ein tieferes Verständnis für die Besonderheiten dieser spannenden Region Asiens.

Literaturhinweise: Fernand Braudel: Das Mittelmeer und die mediterrane Welt in der Epoche Philipps II. (übersetzt von Günter Seib). 3 Bände, Suhrkamp, Frankfurt am Main 1990; Bill Hayton, The South China Sea: The Struggle for Power in Asia, New Haven,CO 2014.

 

Kolloquium:

Außereuropäische Geschichte

Erste Sitzung: 3. Mai 2016, 16 Uhr
(nicht wöchentlich stattfinden, bitte bei Anmeldung nach den genauen Terminen fragen)
Raum: R 4337, KG IV

Anmeldung per Email: sabine.dabringhaus@geschichte.uni-freiburg.de

 

 

Dr. Martin Bemmann

Proseminar:

Das Mandatssystem des Völkerbunds

Zeit: Mittwoch, 8-10 Uhr c.t.
Wilhelmstraße 26 - Raum 16

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs entstanden mit den Mandatsgebieten des Völkerbunds in Afrika, Asien und im Pazifik neue territoriale Einheiten, die weder Kolonien waren noch eigenständige Staaten. Großbritannien, Frankreich, Belgien, Neuseeland, Australien, Südafrika und Japan übten eine Art völkerrechtliche Vormundschaft über die Bevölkerung dieser Gebiete aus, die der Satzung des Völkerbunds zufolge das Ziel hatte, diese auf eine spätere Unabhängigkeit vorzubereiten. Wieso kam es zu dieser Konstruktion? Agierten die Mandatsmächte tatsächlich als Akteure, die die früheren Kolonialgebiete auf die Unabhängigkeit vorbereiteten? Oder übten sie ‚normale„ Kolonialherrschaft unter anderer Bezeichnung aus? Wie sahen dies die beherrschten Völker selbst? Konnten sie das Mandatssystem für Autonomie- und Unabhängigkeitsbestrebungen nutzen oder zementierte diese nicht eher alte Abhängigkeiten von Europa? Was wurde aus dem Mandatssystem nach der Auflösung des Völkerbunds 1946 und inwiefern hatte es seine Aufgabe erfüllt?
In Auseinandersetzung mit Fragen wie diesen verfolgt das Seminar einerseits das Ziel, die Geschichte von internationalen Organisationen, von Kolonialisierung und Dekolonisation sowie von globalen Interdependenzen wirtschaftlicher und politischer Natur in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert näher zu beleuchten. Zum anderen werden mit der gründlichen Lektüre, Präsentation und Diskussion von neuerer Forschungsliteratur und von Quellen grundlegende Arbeitstechniken des Historikers geübt und vertieft. Die Bereitschaft zur Lektüre englischsprachiger Texte ist Voraussetzung zur Teilnahme am Seminar.

Literaturhinweise: Ruth Henig: The League ofNations, London 2010; Jan C. Jansen / Jürgen Osterhammel: Dekolonisation. Das Ende der Imperien, München 2013; Erez Manela: The Wilsonian Moment. Self-Determination and the International Origins of Anticolonial Nationalism, Oxford 2007; Jürgen Osterhammel / Niels P. Petersson: Geschichte der Globalisierung. Dimensionen, Prozesse, Epochen, München 42007; Susan Pedersen: The Guardians. The League of Nations and the Crisis of Empire, Oxford 2015.

 

Übung:

Ökonomie und Ökologie. Quellen zu einer Beziehungsgeschichte

Zeit: Freitag, 8-10 Uhr c.t.
Raum: KG IV - Raum 4450

Der Konflikt zwischen „Ökologie“ und „Ökonomie“ ist ein verbreiteter Topos der Diskussionen über Umweltschutz seit den 1970er Jahren: Der Schutz der Umwelt sei nur auf Kosten ökonomischen Wachstums möglich und umgekehrt. Um dieses Dilemma zu lösen, werden seit einigen Jahren werden Konzepte diskutiert, die mittels „grüner“ Techniken, Institutionen und Verfahren den Widerspruch auflösen, wirtschaftliches Wachstum von ökologischen Grenzen entkoppeln und eine „nachhaltige Entwicklung“ garantieren sollen.
Was aber verbirgt sich konkret hinter den diffusen Begriffen „Ökologie“ und „Ökonomie“? Gibt es tatsächlich einen grundlegenden Widerspruch zwischen beiden? Seit wann wird der Konflikt zwischen beiden von wem und in welchen Öffentlichkeiten diskutiert? Gibt es Perspektiven, aus der beide Konzepte gar nicht in Konflikt miteinander stehend erscheinen? Was lässt sich aus einschlägigen früheren Debatten für unsere heutigen Diskussionen lernen?Ausgehend von Fragen wie diesen werden die Teilnehmer im Rahmen dieser Übung Quellen zum Thema recherchieren und in Eigenarbeit zu einem selbst zu wählenden Schwerpunkt auswerten und präsentieren.

Literaturhinweise: Franz-Josef Brüggemeier: Die Schranken der Natur. Umwelt, Gesellschaft, Experimente 1750 bis heute, Essen 2014; Franz-Josef Brüggemeier / Michael Toyka-Seid (Hrsg.): Industrie-Natur. Lesebuch zur Geschichte der Umwelt im 19. Jahrhundert, Frankfurt/Main 1995; William Cronon: Nature‟s Metropolis. Chicago and the Great West, New York 1992; Joachim Radkau: Die Ära der Ökologie. Eine Weltgeschichte, München 2011.

 

Wintersemester 2015/16

Prof. Dr. Sabine Dabringhaus

Hauptseminar:

Taiwan – der lange Weg zur Demokratie

Zeit: Montag, 8-10 Uhr c.t.
Raum: KG IV – Übungsraum 2

Nach vier Jahrhunderten der Kolonialgeschichte ist Taiwan heute die einzige chinesische Demokratie. Im Seminar wollen wir diese Entwicklung zurückverfolgen. Sie beginnt 1517 mit der portugiesischen Entdeckung der Insel, die „Formosa“ („die schöne Insel“) getauft wurde. Mit ihrer Kolonisierung durch die niederländische Handelskompagnie 1624 begann zugleich die Geschichte der chinesischen Migration. Ab 1684 war Taiwan Teil des weit über China hinaus bis nach Zentralasien expandierenden sino-mandschurischen Qing-Reiches. Eine erste Phase umfassender Modernisierung fiel in die Zeit der japanischen Kolonialherrschaft (1895-1945). Staatliche Souveränität erhielt Taiwan nach der Flucht der nationalchinesischen Guomindang-Regierung vor den Kommunisten Maos auf die Insel. Es folgten Jahrzehnte der Diktatur. Erst die Aufhebung des Kriegsrechts von 1987 und die Wahl eines Präsidenten, der nicht der GMD angehörte, signalisierten einen vorsichtigen Wandel in Richtung Demokratie. Wie dieser kurze historische Abriss nur andeuten kann, spricht die Geschichte Taiwans zahlreiche zentrale Begriffe der historischen Forschung an wie z.B. Kolonialismus, Transnationalität, Migration, Modernisierung, Interkulturalität.

Literaturhinweise: John F. Cooper, Taiwan: Nation-State or Province? (Boulder,Col.); Jonathan Manthorpe, Forbidden Nation: A History of Taiwan (New York 2008); Denny Roy, Taiwan: A Political History (Cornell 2002); Murray A. Rubinstein, Taiwan: A New History (Abingdon 2007).

 

Vorlesung:

Geschichte Ostasiens (Teil 1)

Zeit: Dienstag, 8-10 Uhr c.t.
Raum: KG IV – Übungsraum 2

Die Geschichte Ostasiens ist geprägt von Dynastien und Kaisern, von Kriegen und Konflikten, von den Samurais und der Lehre des Konfuzius, von Buddhismus und Ahnenkult. Gelehrtes Wissen aus Ostasien drang bis nach Europa vor. Europäische Missionare berichteten von prächtigen Hauptstädten, die nach konfuzianischen Prinzipien angelegt waren. Die chinesische Kultur hat vor 1800 nicht nur den gesamten ostasiatischen Raum geprägt, sondern auch Europa wurde seit dem 16. Jahrhundert nachhaltig von China beeinflusst. Die Vorlesung bietet einen Einblick in die chinesischen Grundlagen der ostasiatischen Zivilisationen sowie in die regionalen Eigenständigkeiten. Dabei werden politische Entwicklungen ebenso berücksichtigt wie die Gesellschaft und Wirtschaft, die Kultur und Religion.

Literaturhinweise: Patricia Buckley Ebrey u.a. (Hgg.), Pre-Modern East Asia: To 1800. A Cultural, Social, and Political History (Boston 2006); Charles Holcombe, A History of East Asia. From the Origins of Civilization to the Twenty-First Century, Cambridge 2011; Dieter Kuhn, Ostasien bis 1800 (Frankfurt a.M. 2014).

 

Kolloquium:

Außereuropäische Geschichte

Zeit: Dienstag, 14-16 Uhr c.t.
(nicht wöchentlich stattfinden, bitte bei Anmeldung nach den genauen Terminen fragen)
Raum: R 4337, KG IV

Anmeldung per Email: sabine.dabringhaus@geschichte.uni-freiburg.de

 

Dr. Martin Bemmann

Proseminar:

China und die Weltwirtschaft, 1850-1950

Zeit: Donnerstag, 8-10 Uhr c.t.
Raum: HS 4429, KG IV

Der „Opiumkrieg“ der 1840er Jahre hatte die Öffnung des chinesischen Markts für die Waren aus Großbritannien und anderen industrialisierten Ländern zum Ziel. Mithin ging es also um die Einbeziehung Chinas in die entstehende Weltwirtschaft. Ausgehend von diesen Ereignissen in der Mitte des 19. Jahrhunderts wird das Seminar fragen, ob – und wenn ja, wie – dieses Ziel erreicht worden ist. Welche Konsequenzen hatte das teils rabiate Vorgehen westlicher Staaten gegenüber China im 19. und frühen 20. Jahrhundert für die Wirtschaft des großen asiatischen Reiches? Inwiefern beeinflusste das globale wirtschaftliche Geschehen Entwicklungen in China und wie agierten Chinesen in der Weltwirtschaft? Und lässt sich von so etwas wie einer chinesischen Wirtschaftskultur sprechen, die sich von jener anderer Weltregionen unterschied?

Literaturhinweise: Werner Abelshauser / David Gilgen / Andreas Leutzsch (Hrsg.): Kulturen der Weltwirtschaft, Göttingen 2012;Sabine Dabringhaus: Geschichte Chinas 1279-1949, München 32015; Lloyd E. Eastman: Family, Field, andAncestors. Constancy and Change in China’s Social and Economic History, 1550-1949; John K. Fairbank / Denis Twitchett (Hrsg.): The Cambridge History of China, Bde. 10-13, Cambridge 1978, 1980, 1983, 1986; Jürgen Osterhammel: China und die Weltgesellschaft. Vom 18. Jahrhundert bis in unsere Zeit, München 1989.

 

Übung:

Smith, Marx und Co - Lektüre ökonomischer Klassiker

Zeit: Donnerstag, 16-18 Uhr c.t.
Raum: Übungsraum 2, KG IV

Die „unsichtbare Hand“ von Adam Smith kennt jeder. Weniger bekannt ist jedoch, in welchem Kontext er diesen Ausdruck benutzte. Was wiederum können wir von David Ricardo über die heutige Weltwirtschaft lernen? Wie erklärte Karl Marx, dass der Kapitalismus zwangsläufig scheitern müsse? Und was genau ist unter der marginalistischen Revolution zu verstehen, die mit den Namen Carl Mengers, William S. Jevons und M.-S. L. Walras‘ verbunden wird? In der Übung werden Texte dieser Ökonomen sowie darauf bezogene Sekundärliteratur mit dem Ziel gelesen und diskutiert, Grundlagen moderner ökonomischer wie wirtschaftspolitischer Debatten besser verstehen zu können.

Literaturhinweise: Einführende Literatur: Heinz D. Kurz: Geschichte des ökonomischen Denkens, München 2013; Michael Hüther (Hrsg.): Klassiker der Ökonomie. Von Adam Smith bis Amartya Sen, Bonn2006; Toni Pierenkemper: Geschichte des modernen ökonomischen Denkens. Große Ökonomen und ihre Ideen, Göttingen 2012.

 

Sommersemester 2015

Prof. Dr. Sabine Dabringhaus

Hauptseminar:

Singapur und Hongkong: Von der Kolonialstadt zur Weltmetropole

Termin: Di. 8:00-10:00 Uhr, KG IV – Übungsraum 2

Die moderne Geschichte von Singapur und Hongkong beginnt mit ihrer Gründung als britische Kronkolonien (1867/1863). Den Zweiten Weltkrieg erlebten beide unter japanischer Besetzung und fielen danach wieder unter britische Verwaltung. Während Singapur 1963 seine Unabhängigkeit erlangte und heute zu den wenigen Stadtstaaten gehört, blieb Hongkong noch bis 1997 in britischer Hand und wurde danach in die Volksrepublik China integriert. Hinter diesen Fakten verbergen sich interessante Diskussionsfragen für das Seminar: Wie erlebten Singapur und Hongkong den britischen Kolonialismus? Wie stark prägte er beide Gesellschaften? Wie entwickelte sich die chinesische Kultur in den verschiedenen Phasen der Fremdherrschaft? Während Singapur für eine moderne Form chinesischer autokratischer Herrschaft steht, kämpft Hongkong für seine demokratischen Strukturen im autoritären Staatssystem der Volksrepublik China. Wie lässt sich diese unterschiedliche Entwicklung erklären? Wie ist das Verhältnis beider zu Taiwan und zur weltweiten chinesischen Diaspora? Welche Rolle spielen Singapur und Hongkong in Asien und auf globaler Ebene?

Unsere Textlektüre besteht hauptsächlich aus englischsprachiger Literatur. Chinesisch-Kenntnisse sind willkommen, aber keine Voraussetzung. Wir werden außerdem die Gelegenheit wahrnehmen, Gastfellows am FRIAS und der BMBF-Südostasien-Forschergruppe aus Singapur und Hongkong in unser Seminar einzuladen.

 

Anmeldung per Email: sabine.dabringhaus@geschichte.uni-freiburg.de

 

Prof. Dr. Sabine Dabringhaus/Prof. Dr. Tim Epkenhans

Magistranden- und Doktorandenkolloquium

Termin: Di. 16:00-18:00 Uhr, KG IV 4337 

Im Kolloquium werden Abschlussarbeiten (B.A., M.A., Staatsexamen, Promotion) vorgestellt und diskutiert. Um Anmeldung per E-Mail (sabine.dabringhaus@geschichte.uni-freiburg.de) wird gebeten.

 

Prof. Dr. Tim Epkenhans

Hauptseminar:

Amir Timur und die Timuriden: Rezeption einer mittelasiatischen Herrschaft in Neuzeit und Moderne

Di. 10-13 Uhr, KG IV – Übungsraum 2

Das Hauptseminar beschäftigt sich mit der ambivalenten historischen Rezeption der Herrschaft von Amir Timur (Tamarlan/ TemüribnTaraghaiBarlas, 1336-1405) und der nach ihm benannten Dynastie der Timuriden in Mittel- und Südasien. Die Lehrveranstaltung gliedert sich in drei thematische Teile: Während im ersten Teil die Grundzüge der timuridischen Herrschaft erarbeitet werden (Verwaltung, Legitimation, Religion und Kultur), behandelt der zweite Teil die Darstellung der Timuriden in den einschlägigen Quellen  der frühen Neuzeit. Der dritte Teil des Seminars beschäftigt sich mit der Rezeption Amir Timurs in den modernen Nationalgeschichte(n) Mittelasiens sowie in der Populärkultur. Ein detailliertes Semesterprogramm steht zu Beginn des Semesters über die Lehr-Lernplattform Ilias zur Verfügung.

Literaturhinweise: Manz, Beatrice Forbes (1989).The rise and rule of Tamerlane.Cambridge, New York: Cambridge University Press (Cambridge studies in Islamic civilization).Paul, Jürgen (2012). Zentralasien. Frankfurt/M.: S. Fischer (Neue Fischer Weltgeschichte, Bd. 10).

Anmeldung per Email: tim.epkenhans@orient.uni-freiburg.de

 

Vorlesung:

Das islamische Mittelasien seit der frühen Neuzeit (15. bis 20. Jhdt.)

Do. 14:00-16:00 Uhr, HS 3219

Die Vorlesung bietet einen Überblick über die Geschichte des islamischen Mittelasiens (Iran, Afghanistan, Pakistan, Zentralasien) zwischen dem 15. und 20. Jhdt. Anstelle einer chronologischen Darstellung werden zentrale strukturgeschichtliche Themen herausgearbeitet: Herrschaftslegitimation und Politik, Pastoralnomaden und städtisch-sesshafte Bevölkerung, Islam & islamischen Recht, Kolonialismus und Dekolonisierung.

Literaturehinweise: Axworthy, Michael (2011). Iran: Weltreich des Geistes ; von Zoroaster bis heute. Berlin: Wagenbach.Paul, Jürgen (2012). Zentralasien. Frankfurt/M.: S. Fischer (Neue Fischer Weltgeschichte, Bd. 10).

 

Übung:

Quellen zur Geschichte Mittelasiens (in europäischen Sprachen)

 Mi. 8:30-10:00 Uhr s.t., 4450

Die Übung ist als Ergänzung zum HS „Amir Timur und die Timuriden: Rezeption einer mittelasiatischen Herrschaft in der Neuzeit und Moderne“ bzw. zu der VL „Das islamische Mittelasien seit der frühen Neuzeit (15. bis 20. Jhdt.)“ konzipiert (kann aber grundsätzlich auch separat belegt werden). Im Rahmen der Übung werden wichtige Quellen (übersetzt in europäische Sprachen) zur Geschichte Mittelasiens von der frühen Neuzeit bis in die Gegenwart vorgestellt und kontextualisiert.


Martin Bemmann

Proseminar:

Die Krise der Anderen. Die Weltwirtschaftskrise in globaler Perspektive, 1929-1939

Termin: Mi. 8:00-10:00 Uhr, Raum 1222

Während der Finanz- und Schuldenkrise der Jahre nach 2007 erhielt die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre wieder verstärkte Aufmerksamkeit, sowohl von Historikern und Ökonomen als auch in einer breiteren Öffentlichkeit. Dabei standen und stehen in erster Linie die Ursachen, der Verlauf und die Folgen der Krisen der Zwischenkriegszeit in und für die industrialisierten Staaten Europas und Nordamerikas im Mittelpunkt des Interesses. Die Wirtschaftskrise war aber im Wortsinn eine Weltwirtschaftskrise, die brasilianische Kaffeepflanzer ebenso betraf wie den polnischen Waldbesitzer, den chinesischen Wanderarbeiter oder den kongolesischen Kautschukhändler.

Das Seminar wird Fragen nach dem Charakter und den Ursachen der damaligen Krisen ebenso nachgehen wie den unterschiedlichen nationalen und internationalen Versuchen, ihre Folgen zu überwinden und die Geschehnisse zu verstehen. Wenngleich die bekannteren europäischen und nordamerikanischen Aspekte nicht außen vor gelassen werden können, so stehen doch andere Weltregionen, dortige Akteure, Reaktionen und Folgen im Fokus.

Die Bereitschaft zur Lektüre englischsprachiger Texte wird vorausgesetzt.

 

Übung:

Globalgeschichte, Internationale Geschichte, Transnationale Geschichte - Theorien, Methoden und Beispiele

Termin: Do, 8:00-10:00 Uhr, Raum 4450

Globalgeschichte, internationale Geschichte und transnationale Geschichte sind Schlagwörter und Bezeichnungen, die in den vergangenen Jahren stetig größere Bedeutung erlangt haben und mittlerweile auch mit bemerkenswerten Inhalten gefüllt worden sind.

Die Übung setzt sich das Ziel, zentrale Texte zu einschlägigen Theorien und Methoden zu diskutieren und Beispiele für deren Umsetzung kennen zu lernen. Die Übung richtet sich daher explizit an Studierende, die an einschlägigen Debatten und Diskussionen interessiert sind.

 

Wintersemester 2014/15

Sabine Dabringhaus

Hauptseminar: 

China - Umwelt und Geschichte

Termin: Di. 8:00-11:00 Uhr ct, KG IV Übungsraum 2

Um Chinas heutige Umweltprobleme zu verstehen, ist auch ein Blick zurück in die Geschichte notwendig: Warum und wie kam es zu den Veränderungen im Verhältnis zwischen Mensch und Umwelt, die zu den dramatischen Krisen der Gegenwart führten? Die Eingriffe in die Natur – vor allem in Form von Entwaldungen und Kanalbauten – lassen sich bis ins 3. Jahrhundert zurückverfolgen. Auch Klimawandel führte immer wieder zu Umweltveränderungen. Ab dem frühen 18. Jahrhundert war es vor allem menschliches Handeln, das Umweltzerstörungen hervorrief. Daher bilden die letzten drei Jahrhunderte den zeitlichen Schwerpunkt dieses Seminars. Aus der Perspektive seiner Umwelt betrachten wir Chinas Geschichte von der Späten Kaiserzeit bis zur heutigen Volksrepublik. Die Lektüre wird sich hauptsächlich auf englischsprachige Literatur stützen. Dabei soll die umwelthistorische Forschung zu China auch einem Vergleich unterzogen werden: Welche thematischen Schwerpunkte setzt sie? Wie wird methodisch gearbeitet? Wie verhält sie sich zur westlichen Umweltgeschichte? Was hat sie vor allem von amerikanischen Pionieren der Umweltforschung übernommen? Wo zeigt sich eine eigene Akzentsetzung in der Forschung? Nicht nur für China-Interessierte bietet dieses Thema Anregungen und Anknüpfungen.

Literatur: Mark Elvin, The Retreat of the Elephants: An Environmental History of China, New Haven, CT/London 2004; Judith Shapiro, China’s Environmental Challenges, Cambridge 2012.

Kolloquium Außereuropäische Geschichte 

Termin: Di. 14:00-16:00 Uhr ct, KG IV 4337 

Im Kolloquium werden Abschlussarbeiten (B.A., M.A., Staatsexamen, Promotion) vorgestellt und diskutiert. Um Anmeldung per E-Mail (sabine.dabringhaus@geschichte.uni-freiburg.de) wird gebeten.


Martin Bemmann

Proseminar:

Das British Empire im 19. und 20. Jahrhundert

Termin: Do. 8:00-10:00 Uhr ct, KG IV, HS 4429

Im 19. Jahrhundert wurde das British Empire zu einem der größten und gleichzeitig vielfältigsten Reiche der Weltgeschichte. Im 20. Jahrhundert wiederum erlebte es sowohl seine größte Ausdehnung und Pracht als auch seinen offenbar unvermeidbaren und raschen Niedergang. Wenngleich eine solch eindimensionale Betrachtung nicht falsch ist, bildet sie doch nur den Rahmen für weitergehende Fragen, die im Seminar angesprochen werden und das Bild differenzieren sollen: Was hielt ein solches Reich zusammen? Wer übte wie und auf wen Macht aus? Wieso waren indische Kleinhändler wichtig für das Wohlergehen englischer Grafschaften? Weshalb galt gerade London 1914 als Zentrum der Weltwirtschaft und was hieß das konkret? Welchen Einfluss hatten die Transport- und Kommunikationsrevolutionen des 19. und 20. Jahrhunderts darauf, wie die Bewohner des sprichwörtlichen Weltreiches dieses selbst wahrnahmen? Was trieb Menschen in Afrika und Asien dazu, sich gegen die britische Herrschaft zu wenden und wieso begannen sie nach ihrer ‚Befreiung‘, sich in Nationalstaaten zu organisieren? Und: Was bleibt letztlich vom British Empire im 21. Jahrhundert?

Indem es nach Antworten auf diese und weitere Fragen sucht, setzt sich das Seminar zwei Ziele: Zum einen will es Interesse für die außereuropäische, die trans- und die internationale Geschichte wecken sowie dazu anregen, Entwicklungen in Europa in einen globalen Kontext einzubetten. Zum anderen strebt es an, gleichzeitig auf die Grenzen historischer Erkenntnismöglichkeiten aufmerksam zu machen sowie wissenschaftliches Arbeiten zu erlernen, zu vertiefen und praktisch anzuwenden.

Einführende Literatur: John Darwin: Das unvollendete Weltreich. Aufstieg und Niedergang des Britischen Empire 1600-1997, Frankfurt/Main – New York 2013; Jan C. Jansen / Jürgen Osterhammel: Dekolonisation. Das Ende der Imperien, München 2013; Jörn Leonhard / Ulrike v. Hirschhausen: Empires und Nationalstaaten im 19. Jahrhundert, Göttingen 2009; Wm. Roger Louis (Hrsg.): The Oxford History of the British Empire, 5 Bde., Oxford 1998/1999 [v.a. Bde. 3-5]; Jürgen Osterhammel: Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts, München 2009 [v.a. Kap. VIII und IX].

Die Bereitschaft zur Lektüre englischer Texte wird vorausgesetzt.


Übung:

Einführung in die Umweltgeschichte

Termin: Do. 16:00-18:00 Uhr ct, KG IV HS 4450

Vor mehr als 50 Jahren, im September 1962, löste Rachel Carson mit ihrem Buch „Silent Spring“ eine Revolution aus – die ökologische Revolution. Sie läutete damit die „Ära der Ökologie“ (Joachim Radkau) ein, in der wir bis heute leben. Ökologisch richtiges Handeln gehört mittlerweile ebenso zum guten Ton, wie Umweltpolitik nicht mehr nur ein Refugium Pullover und Sandalen tragender „Ökos“ ist und in der Öffentlichkeit laut über eine „greeneconomy“ gesprochen wird. Diese Revolution ging auch an der Geschichtswissenschaft nicht spurlos vorbei, denn die Frage nach dem Verhältnis von Mensch und Umwelt – oder abstrakter: zwischen Natur und Kultur – in der Vergangenheit interessierte immer mehr Historiker und insbesondere im vergangenen Jahrzehnt erlebte diese junge Umweltgeschichte in zahlreichen Ländern einen Boom.

Die Übung verfolgt drei Ziele: Erstens werden die Entstehung und die Entwicklung der Umweltgeschichte, deren wichtigste Themen, Konzepte und Vertreter sowie die Bedeutung thematisiert, die dieses Zweigfach für die Geschichtswissenschaft hat. Zweitens wird auf diese Weise Grundlagenwissen über Erkenntnistheorie und Konstruktivismus vermittelt. Drittens schließlich dient das Seminar dazu, die grundlegenden Arbeitsmethoden eines Historikers zu erlernen. Dazu gehört auch die Bereitschaft, sich mit der einschlägigen englischsprachigen Literatur auseinanderzusetzen, was als Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar gilt.

Einführende Literatur: Franz-Josef Brüggemeier: Tschernobyl 1986. Die ökologische Herausforderung, München 1998; Donald Hughes: What is Environmental History?, Cambridge 2006; John R. McNeill: Observations on the Nature and Culture of Environmental History, in: History and Theory 42,4 (2003), S. 5-43; Joachim Radkau: Natur und Macht. Eine Weltgeschichte der Umwelt, München 2002; Sverker Sörlin/Paul Warde (Hrsg.): Nature’s End. History and the Environment, Basingstoke 2011; Frank Uekötter (Hrsg.): The Turning Points of Environmental History, Pittsburgh 2010; Verena Winiwarter/Martin Knoll: Umweltgeschichte. Eine Einführung, Köln / Weimar / Wien 2007.


Julia Mariko Jacoby

Übung:

Erdbeben und andere Naturkatastrophen im neuzeitlichen Asien, Amerika und Europa

Termin: Mi. 10:00-12:00 Uhr ct, Bismarckallee 22 Raum 3

Ob Erdbeben, Tsunamis oder Hochwasser – kaum ein Naturphänomen fasziniert die Menschen so sehr wie Naturkatastrophen. Obwohl sie extreme Naturereignisse sind, sind Katastrophen doch auch gesellschaftliche Phänomene. Wie sie wahrgenommen werden, ist stark von der Betroffenheit von Menschen und deren kulturell geprägten Deutungsmustern abhängig. Diese variieren in jeder Gesellschaft und verändern sich im Laufe der Jahrhunderte. So konnten Katastrophen als göttliche Strafe verstanden werden, aber auch als Chance für gesellschaftliche Erneuerung. Nicht zuletzt sind und waren Naturkatastrophen in der Neuzeit auch immer ein Medienphänomen, das stets auf starkes Interesse stößt und eine erhöhte kulturelle Produktion und gesellschaftliche Aktivität nach sich zieht.

In dieser Übung werden wir uns dem Phänomen Naturkatastrophe mithilfe unterschiedlicher theoretischer Ansätze nähern: In erster Linie werden wir uns mit historischer Katastrophenforschung beschäftigen, auch spielen Ansätze aus Medien-, Stadt- und Moderneforschung eine wichtige Rolle. Mithilfe von Fallbeispielen, beginnend mit dem Erdbeben von Lissabon 1755 bis zum Großen Kantô-Erdbeben in Japan 1923, wird das Phänomen Naturkatastrophe in globaler Perspektive betrachtet.

Teil der Veranstaltung ist zudem eine Tagesexkursion zur Ausstellung „Von Atlantis bis heute – Mensch. Natur. Katastrophe“ in den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim.

Literatur: François Walter, Katastrophen. Eine Kulturgeschichte vom 16. bis ins 21. Jahrhundert, Stuttgart 2010; Dieter Groh/Michael Kempe/Franz Manuelshagen (Hrsg.), Naturkatastrophen. Beiträge zu ihrer Deutung, Wahrnehmung und Darstellung in Text und Bild von der Antike bis ins 20. Jahrhundert, Tübingen 2003; Christof Mauch/Christian Pfister: Natural Disasters, Cultural Responses. Case Studies Toward a Global Environmental History, Lanham, MD u.a. 2009.

 

Sommersemester 2014

Sabine Dabringhaus

  • Hauptseminar: Chinas Städte – Historischer Kontext, Wandel und Krisen der Neuzeit
  • Hauptseminar: Von Ghenghis Khan zum Weltreich – Mongolische Herrschaftsbildung im 12. Bis 14. Jahrhundert
  • Kolloquium Außereuropäische Geschichte

 

Julia Mariko Jacoby

  • Proseminar: Das Ende der Samurai und der Aufbruch zur modernen Industrienation. Japan und die Meiji-Restauration im 19. Jahrhundert

 

Wintersemester 2013/14

Sabine Dabringhaus

  • Hauptseminar: Vom 'Chinaman' zum 'Chinese American' – eine erfolgreiche Migrationsgeschichte?
  • Vorlesung: Die USA und China im 20. Jahrhundert
  • Examenskolloquium

 

Helena Barop

  • Übung: Schlüsseltexte der Kolonialgeschichte

 

York Wiese

  • Proseminar: Thailand im 19. und 20. Jahrhundert - von den Modernisierungen zur Demokratie

 

Sommersemester 2013

Sabine Dabringhaus

  • Hauptseminar: Asiatische Imperialreiche der Frühen Neuzeit - Persiens Safawiden und Indiens Mogule im Vergleich
  • Hauptseminar: Geschichte des Kapitalismus in China

 

Sören Urbansky

  • Proseminar: Mehr als blauer Dunst - Die Geschichte des Tabak
  • Übung: Im Spiegel des Anderen - Deutschlandbilder und Chinabilder von Chinesen in Deutschland (Durchgeführt mit Dr. Kristin Kupfer)

 

Wintersemester 2012/13

Sabine Dabringhaus

Forschungsfreisemester

 

Sören Urbansky

  • Proseminar: Shanghai. Die Geburt des modernen China im Spiegel einer Stadt
  • Übung: Entfernte Verwandte. Die Sowjetunion und die Vereinigten Staaten in der Zwischenkriegszeit

 

Sommersemester 2012

Sabine Dabringhaus

  • Proseminar: Das Osmanische Reich
  • Hauptseminar: Chinas Bauern - von Revolutionären zu Reformverlierern

 

Sören Urbansky

  • Proseminar: Der Kalte Krieg in Ostasien
  • Übung mit Exkursion: Kriegserinnerung und „Sowjetisierung“ auf der Pazifikinsel Sachalin

 

Wintersemester 2011/12

Prof. Dr. Sabine Dabringhaus

  • Hauptseminar: Natur und Macht - Flusssysteme im globalen Vergleich
  • Proseminar: Die Revolution von 1911 - der Untergang des kaiserlichen China
  • Kolloquium: Außereuropäische Geschichte

 

Sören Urbansky, Dipl.

  • Proseminar: Japan seit der Meiji-Restauration
  • Übung: Schlüsseltexte der Globalgeschichte

 

Sommersemester 2011

Prof. Dr. Sabine Dabringhaus

  • Hauptseminar: Das Jahrhundert Qianlongs (1711-1799) − China auf dem Höhepunkt monarchischer Macht
  • Übung: Moderne Historiker – Geschichtsschreibung von Voltaire bis Ma Keyao

 

Sören Urbansky, Dipl.

  • Proseminar: Geschichte transnational - die Mandschurei
  • Übung: "Gelbe Gefahr" - die Geschichte eines Schlagworts 

 

Wintersemester 2010/11

Dr. Christof Dejung

  • Hauptseminar: Geschichte als Literatur? Sinnstiftung, Ästhetik und Faktizität historischen Erzählens
  • Hauptseminar: Ein säkulares Zeitalter? Globalgeschichte der Religion im 19. und 20. Jahrhundert
  • Proseminar: Deutschland und die Globalisierung, 1870er bis 1930er Jahre
    Übung: Europa in globalhistorischer Perspektive

 

Sören Urbansky

  • Proseminar: Geschichte Chinas seit den Opiumkriegen
  • Proseminar: Grenzen als historische Kategorie

 

Sommersemester 2010

Prof. Dr. Sabine Dabringhaus

  • Hauptseminar: Von open door zur Weltmachtkonkurrenz - China und die USA im 20. Jahrhundert
  • Masterseminar: Monarchien im Vergleich - China und Europa (16.-19. Jahrhundert)
    Proseminar: Das niederländische Kolonialreich (1596-1942)

Sören Urbansky

  • Proseminar: China im Krieg (1916-1953)
  • Übung: Umweltgeschichte Chinas

 

Wintersemester 2009/10

Prof. Dr. Sabine Dabringhaus

  • Hauptseminar: Universalgeschichte - Globalgeschichte - Weltgeschichte
  • Hauptseminar: China zwischen Aufstieg und Krisen - die Neunziger Jahre
    Proseminar: Das britische Empire (1815-1939)

Sören Urbansky

  • Proseminar: Die chinesisch-russischen Beziehungen von den Anfängen bis zur Gegenwart
  • Übung: Die chinesisch-russischen Beziehungen von den Anfängen bis zur Gegenwart

 

Sommersemester 2009

Prof. Dr. Sabine Dabringhaus

  • Hauptseminar: Chinesische Kultur im 20. Jahrhundert
  • Hauptseminar: Die Jesuiten in Ostasien - Gelehrte, Missionare und Diplomaten
  • Übung: Quellen zur Versailler Friedenskonferenz (1919)
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Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Historisches Seminar
Lehrstuhl für Außereuropäische Geschichte
 
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